Dosierung bei Niereninsuffizienz
Deferasirox
 
Q0 * Hoch [1,5]
HWZ ** 12 h [1]
UAW an der Niere und Harnwegen Deferasirox wurde mit akuter und chronischer Nierenschädigung assoziiert [2,3,6].
Sehr häufig: Erhöhtes Serumkreatinin
Häufig: Proteinurie
Gelegentlich: Renal-tubuläre Störung (erworbenes Fanconi-Syndrom), Glukosurie
Nicht bekannte Häufigkeit: Akutes Nierenversagen, tubulointerstitielle Nephritis, Nephrolithiasis, renale tubuläre Nekrose [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Patienten mit vorbestehendem Nierenschaden und Patienten, die andere Arzneimittel erhalten, die die Nierenfunktion beeinträchtigen, können ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben (z.B. metabolische Azidose) [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [1].
In Dialysepatienten wurde über eine deutlich höhere Exposition bei einer Dosis von 15 mg/kg im Vergleich zu 10 mg/kg berichtet [4].
Renale Kontraindikation Kreatininclearance < 60 ml/min [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Kreatinin-Clearance < 60 ml/min sollte Deferasirox nicht angewendet werden.
Bei Werten > 33 % über dem Durchschnittswert vor Behandlungsbeginn (bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten, die nicht auf andere Ursachen zurückgeführt werden können):
- Reduktion der täglichen Dosis um 7 mg/kg/d (Darreichungsform Filmtablette)
- Unterbrechung bei ausbleibender Besserung.
Monitoring
- Serum-Kreatinin
-- 2 x vor Beginn einer Therapie
- Kreatinin-Clearance
-- vor Beginn einer Therapie
-- im ersten Monat nach Therapiebeginn: 1 x pro Woche
-- im ersten Monat nach Änderung der Therapie: 1 x pro Woche
-- im weiteren Verlauf: 1 x pro Monat
- Proteinurie
-- vor Beginn einer Therapie
-- im weiteren Verlauf: 1 x pro Monat
- Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion
-- Blutgasanalyse (metabolische Azidose)
-- Glukosurie
-- Serum-Elektrolyte (inkl. Kalium und Phosphat)
 
Referenzen
  1. Fachinformation EXJADE® 360 mg Filmtabletten, Stand Juli 2019
  2. Díaz-García JD, Gallegos-Villalobos A, Gonzalez-Espinoza L, Sanchez-Niño MD, Villarrubia J, Ortiz A. Deferasirox nephrotoxicity-the knowns and unknowns. Nat Rev Nephrol 2014;10:574-86.
  3. Huang WF, Chou HC, Tsai YW, Hsiao FY. Safety of deferasirox: a retrospective cohort study on the risks of gastrointestinal, liver and renal events. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2014;23:1176-82.
  4. Maker GL, Siva B, Batty KT, Trengove RD, Ferrari P, Olynyk JK. Pharmacokinetics and safety of deferasirox in subjects with chronic kidney disease undergoing haemodialysis. Nephrology (Carlton) 2013;18:188-93.
  5. Galanello R, Piga A, Alberti D, Rouan MC, Bigler H, Séchaud R. Safety, tolerability, and pharmacokinetics of ICL670, a new orally active iron-chelating agent in patients with transfusion-dependent iron overload due to beta-thalassemia. J Clin Pharmacol 2003;43:565-72.
  6. Kontoghiorghes GJ. Deferasirox: uncertain future following renal failure fatalities, agranulocytosis and other toxicities. Expert Opin Drug Saf 2007;6:235-9.
 
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Letzte Aktualisierung: 20.02.2020