Dosierung bei Niereninsuffizienz
Sotalol
 
Q0 * 0.25 [3,4,10]
HWZ ** 7 h [1,5]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [2,4].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [4].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist das Risiko für Torsade-de-pointes erhöht [4].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz war die Arzneimittelclearance im Vergleich zu Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance {≥} 39 ml/min) im Mittel von 71,3 auf 15,0 ml/min/m{sup}2{/sup} erniedrigt und die Halbwertszeit von 8,1 auf 33,9 h verlängert [2].
In mehreren Fallberichten traten bei Dialysepatienten bei Dosen von 80 mg und 120 mg am Tag QTc-Verlängerungen und Torsade-de-pointes-Arrhythmien auf [8,9].
Durch eine 6-7-stündige Hämodialyse wurden etwa 20 % des Sotalol eliminiert [3]. In einer weiteren Studie wurden etwa 43 % des Sotalol durch eine Hämodialyse entfernt [2].
Nach Ende einer Hämodialyse zeigt sich ein Rebound der Serumkonzentration von Sotalol. In einem Fallbericht traten bei einem Patienten nach der Dialyse erneut Torsade-de-pointes-Arrhythmien auf [2,3,7].
Renale Kontraindikation Perorale Einnahme:
Nierenversagen [4].
Intravenöse Gabe:
Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >60 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance 30-<60 ml/min: 1/2 der normalen Sotalol-Dosis.
Kreatinin-Clearance 10-<30 ml/min: 1/4 der normalen Sotalol-Dosis.
Bei Kreatinin-Clearance <10 ml/min sollte Sotalol nicht angewendet werden.
Bei dialysepflichtigen Patienten sollte in den ersten Tagen eine Dosis von 40 mg einmal täglich nicht überschritten werden [6,8].
Monitoring bei Niereninsuffizienz:
- EKG-Kontrollen (QTc-Zeit), über 6-12 Tage nach jeder Dosiserhöhung
- Herzfrequenz (nicht < 50 /min)
- Kontrolle der Plasmakonzentrationen
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Sotalol-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation SOTALOL 40 mg i.v. Carino Injektionslösung, Stand Juli 2013
  2. Blair AD, Burgess ED, Maxwell BM, Cutler RE. Sotalol kinetics in renal insufficiency. Clin Pharmacol Ther 1981;29:457-63.
  3. Tjandramaga TB, Verbeeck R, Thomas J, Verbesselt R, Verberckmoes R, Schepper PJ. The effect of end-stage renal failure and haemodialysis on the elimination kinetics of sotalol. Br J Clin Pharmacol 1976;3:259-65.
  4. Fachinformation SotaHEXAL® 160 mg, Tbl., Stand Juni 2015
  5. Berglund G, Descamps R, Thomis JA. Pharmacokinetics of sotalol after chronic administration to patients with renal insufficiency. Eur J Clin Pharmacol 1980;18:321-6.
  6. Dumas M, d'Athis P, Besancenot JF, Chadoint-Noudeau V, Chalopin JM, Rifle G, Escousse A. Variations of sotalol kinetics in renal insufficiency. Int J Clin Pharmacol Ther Toxicol 1989;27:486-9.
  7. Singh SN, Lazin A, Cohen A, Johnson M, Fletcher RD. Sotalol-induced torsades de pointes successfully treated with hemodialysis after failure of conventional therapy. Am Heart J 1991;121:601-2.
  8. Huynh-Do U, Wahl C, Sulzer M, Bühler H, Keusch G. Torsades de pointes during low-dosage sotalol therapy in haemodialysis patients. Nephrol Dial Transplant 1996;11:1153-4.
  9. Rizza C, Valderrabano M, Singh BN. Recurrent Torsades de Pointes After Sotalol Therapy for Symptomatic Paroxysmal Atrial Fibrillation in a Patient with End-Stage Renal Disease. J Cardiovasc Pharmacol Ther 1999;4:129-134.
  10. Hanyok JJ. Clinical pharmacokinetics of sotalol. Am J Cardiol 1993;72:19A-26A.
 
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Letzte Aktualisierung: 28.03.2019