Dosierung bei Niereninsuffizienz
Propranolol
 
Q0 * 0.99 [1]
HWZ ** 3.5 h [1]
Aktive Metaboliten 4-Hydroxypropranolol, geringe Aktivität [1], HWZ 4,2 Stunden.[4].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Sehr selten (<1/10000): Verschlechterung der Nierenfunktion bei schweren Nierenfunktionsstörungen [1]
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) war nach Gabe von 80 mg Propranolol Cmax um 200 % und die AUC um 260 % erhöht. Die Halbwertzeit war nicht signifikant verändert [2].
Bei urämischen Patienten, die noch nicht dialysiert wurden, war nach Gabe von 40 mg Propranolol Cmax 6-fach und die AUC 7-fach erhöht. Die Halbwertzeit war nicht signifikant verändert [3].
Eine Dialysierbarkeit ist aufgrund hoher Plasmaproteinbindung kaum bis nicht möglich [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance <30 ml/min
- Dosisreduktion um 50 %
- Besonders engmaschige klinische Kontrolle
- Monitoring: Kalium
 
Referenzen
  1. Fachinformation DocitonŽ 40 mg Filmtabletten, Stand Januar 2018
  2. Lowenthal DT, Briggs WA, Gibson TP, Nelson H, Cirksena WJ. Pharmacokinetics of oral propranolol in chronic renal disease. Clin Pharmacol Ther 1974;16:761-9.
  3. Bianchetti G, Graziani G, Brancaccio D, Morganti A, Leonetti G, Manfrin M, Sega R, Gomeni R, Ponticelli C, Morselli PL. Pharmacokinetics and effects of propranolol in terminal uraemic patients and in patients undergoing regular dialysis treatment. Clin Pharmacokinet 1976;1:373-84.
  4. Walle T, Conradi EC, Walle UK, Fagan TC, Gaffney TE. 4-Hydroxypropranolol and its glucuronide after single and long-term doses of propranolol. Clin Pharmacol Ther 1980;27:22-31.
 
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Letzte Aktualisierung: 11.01.2019