Dosierung bei Niereninsuffizienz
Phenprocoumon
 
Q0 * 0.98 [6,7]
HWZ ** 6 d [1-3,6,8]
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Hämaturie [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Selten Kalziphylaxie (hauptsächlich bei terminaler Niereninsuffizienz) [3,5].
In einer Beobachtungsstudie war das Blutungsrisiko bei GFR < 30 ml/min erhöht [4].
Renale Kontraindikation Laut Anbieter besteht eine Gegenanzeige bei "Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Benefit überwiegt, z.B. [...] manifeste Niereninsuffizienz" [3].
Anmerkung: "manifeste Niereninsuffizienz" ist nicht eindeutig definiert, so dass keine klare Grenze angegeben werden kann.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei GFR < 30 ml/min sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko Abwägung erfolgen.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. PHENPROCOUMON. Stand der Information: 6/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  3. Fachinformation Marcumar® 3 mg Tabletten, Stand Juni 2018
  4. Kooiman J, van Rein N, Spaans B, van Beers KA, Bank JR, van de Peppel WR, del Sol AI, Cannegieter SC, Rabelink TJ, Lip GY, Klok FA, Huisman MV. Efficacy and safety of vitamin K-antagonists (VKA) for atrial fibrillation in non-dialysis dependent chronic kidney disease. PLoS One 2014;9:e94420.
  5. Zhou Q, Neubauer J, Kern JS, Grotz W, Walz G, Huber TB. Calciphylaxis. Lancet 2014;383:1067.
  6. Mönig H, Baese C, Heidemann HT, Ohnhaus EE, Schulte HM. Effect of oral contraceptive steroids on the pharmacokinetics of phenprocoumon. Br J Clin Pharmacol 1990;30:115-8.
  7. Edelbroek PM, van Kempen GM, Hessing TJ, de Wolff FA. Analysis of phenprocoumon and its hydroxylated and conjugated metabolites in human urine by high-performance liquid chromatography after solid-phase extraction. J Chromatogr 1990;530:347-58.
  8. Haustein KO, Hüller G. Pharmacokinetics of phenprocoumon. Int J Clin Pharmacol Ther 1994;32:192-7.
 
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Letzte Aktualisierung: 27.03.2019