Dosierung bei Niereninsuffizienz
Irinotecan
 
Q0 * 0.78 [1].
HWZ ** 14 h Terminale Halbwertszeit [1].
Aktive Metaboliten SN-38 (HWZ 14 h, biliäre Exkretion) [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentliche Fälle von Niereninsuffizienz bei Dehydration in Verbindung mit Diarrhoe und/oder Erbrechen, oder Sepsis [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Verstärkte Hämatotoxizität bei Patienten mit Niereninsuffizienz [2-5].
Patienten mit Kreatinin-Clearance von 35-66 ml/min hatten nach Gabe von 350 mg/m² ein höheres Risiko für schwere Hämatotoxizität (58 vs 14%). Ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit pharmakokinetischen Parametern fand sich jedoch nicht [5].
Studien bei Niereninsuffizienz Hämodialyse: In Fallberichten wurde eine exzessive Toxizität von Irinotecan nach Gabe an Diaysepatienten beschrieben [2-4]. Die Proteinbindung von SN-38 war reduziert und die Exposition mit freiem SN-38 war 4,38-fach erhöht [6].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Aufgrund begrenzter Daten kann keine endgültige Dosisempfehlung ausgesprochen werden. Möglicherweise ist bereits bei leicht bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion das Risiko für Hämatotoxizität von Irinotecan erhöht [5]. Bei Dosisreduktion ist das Risiko eines möglicherweise unzureichenden klinischen Effekts abzuwägen.
Der Hersteller empfiehlt
- Irinotecan bei Patienten mit "verminderter Nierenfunktion" nicht anzuwenden [1].
- Liposomales Irinotecan bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min nicht anzuwenden [7].
Wenn bei dringlicher Indikation dennoch eine Anwendung erfolgt, sollte eine Dosisreduktion erwogen werden.
Dialysepatienten
- Pharmakokinetische Daten sprechen für eine Dosisreduktion von Irinotecan auf 33 % [6].
- In Fallberichten wurde eine Dosis von 50-80 mg/m² Irinotecan einmal pro Woche (für drei Wochen, dann eine Woche Pause) verwendet [2].
 
Referenzen
  1. Fachinformation CAMPTO® 20 mg/ml, Stand Mai 2009
  2. Czock D, Rasche FM, Boesler B, Shipkova M, Keller F. Irinotecan in cancer patients with end-stage renal failure. Ann Pharmacother 2009;43:363-9.
  3. Vénat-Bouvet L, Saint-Marcoux F, Lagarde C, Peyronnet P, Lebrun-Ly V, Tubiana-Mathieu N. Irinotecan-based chemotherapy in a metastatic colorectal cancer patient under haemodialysis for chronic renal dysfunction: two cases considered. Anticancer Drugs 2007;18:977-80.
  4. Fujita K, Sunakawa Y, Miwa K, Akiyama Y, Sugiyama M, Kawara K, Ishida H, Yamashita K, Mizuno K, Saji S, Ichikawa W, Yamamoto W, Nagashima F, Miya T, Narabayashi M, Ando Y, Hirose T, Sasaki Y. Delayed elimination of SN-38 in cancer patients with severe renal failure. Drug Metab Dispos. 2011;39:161-4.
  5. de Jong FA, van der Bol JM, Mathijssen RH, van Gelder T, Wiemer EA, Sparreboom A, Verweij J. Renal function as a predictor of irinotecan-induced neutropenia. Clin Pharmacol Ther. 2008;84:254-62.
  6. Fujita K, Masuo Y, Okumura H, Watanabe Y, Suzuki H, Sunakawa Y, Shimada K, Kawara K, Akiyama Y, Kitamura M, Kunishima M, Sasaki Y, Kato Y. Increased Plasma Concentrations of Unbound SN-38, the Active Metabolite of Irinotecan, in Cancer Patients with Severe Renal Failure. Pharm Res 2016;33:269-82.
  7. Fachinformation ONIVYDE 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand Dezember 2018
 
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Letzte Aktualisierung: 20.02.2019