Dosierung bei Niereninsuffizienz
Citalopram
 
Q0 * ≥ 0.7 [1-5,7]
HWZ ** 35 h [1-4,7]
Aktive Metaboliten Citalopram-N-oxid. Aktivität: Schwächer wirksam als Citalopram.
Didemethylcitalopram. Aktivität: Schwächer wirksam als Citalopram. Konzentration: Niedrig.
Demethylcitalopram. Aktivität: Schwächer wirksam als Citalopram. Konzentration: Etwa 1/3 - 1/2 der Plasmakonzentration von Citalopram [1-4,7].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Dialysepatienten war in einer retrospektiven Kohortenstudie die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Herztod bei Anwendung von Citalopram oder Escitalopram um 18 % erhöht (95% CI 5 - 31 %), im Vergleich zu Patienten mit Anwendung von anderen SSRI (Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin) [6].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Hämodialyse-Patienten waren die Citalopram-Konzentrationen ähnlich denen bei Gesunden [5].
Citalopram und Desmethylcitalopram werden nicht in relevantem Umfang durch Hämodialyse eliminiert [5].
Renale Kontraindikation Die Anwendung von Citalopram bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) wird nicht empfohlen, da keine Erfahrungen vorliegen [7].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min sollte Citalopram nicht angewendet werden.
 
Referenzen
  1. Citalopram (hydrobromide). In: Dollery C, editor. Therapeutic drugs. 2nd ed. Edinburgh: Churchill Livingstone; 1999. p. C244-8.
  2. Citalopram. Stand der Information: 9/2002. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  3. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  4. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  5. Spigset O, Hägg S, Stegmayr B, Dahlqvist R. Citalopram pharmacokinetics in patients with chronic renal failure and the effect of haemodialysis. Eur J Clin Pharmacol 2000;56:699-703.
  6. Assimon MM, Brookhart MA, Flythe JE. Comparative Cardiac Safety of Selective Serotonin Reuptake Inhibitors among Individuals Receiving Maintenance Hemodialysis. J Am Soc Nephrol 2019;30:611-623.
  7. Fachinformation Cipramil®, Stand November 2014
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Die Angaben sind nur zu Lehr- und Forschungszwecken und nicht für den klinischen Gebrauch konzipiert, eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2019 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 24.07.2019