Dosierung bei Niereninsuffizienz
Letermovir
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 12 h [1]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Kreatininerhöhung [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [1-3].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit moderater Niereninsuffizienz war die AUC von Letermovir etwa 115 % höher als bei gesunden Studienteilnehmern [1]. In einer anderen Studie war die AUC um 192 % erhöht [3].
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz war die AUC von Letermovir etwa 81 % höher als bei gesunden Studienteilnehmern [1]. In einer anderen Studie war die AUC um 142 % erhöht [3].
Die Pharmakokinetik bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [1].
Es ist unbekannt, ob eine Dialyse zu einer nennenswerten Eliminierung von Letermovir aus der systemischen Zirkulation führen kann [1]. Auf Grund der hohen Plasmaproteinbindung von Letermovir (98-99 % [1-3]) ist eine klinisch relevante Elimination durch Hämodialyse nicht zu erwarten.
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Hydroxypropylbetadex. Es gab keine Fälle von Nierenschäden, die durch Hydroxypropylbetadex in Studien am Menschen bei intravenös angewendetem Letermovir bei einer Behandlungsdauer bis zu 47 Tagen verursacht wurden. Bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min) könnte eine Kumulation von Hydroxypropylbetadex auftreten [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance <50 ml/min
- bei gleichzeitig bestehender mäßiger Leberfunktionsstörung: Letermovir nicht empfohlen.
- ansonsten: keine Dosisanpassung
Monitoring: Kreatinin (bei intravenöser Anwendung).
 
Referenzen
  1. Fachinformation PREVYMIS® 240 mg Filmtabletten, Stand Januar 2018
  2. Fachinformation PREVYMIS® 240 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand Januar 2018
  3. Kropeit D, Scheuenpflug J, Erb-Zohar K, Halabi A, Stobernack HP, Hulskotte EGJ, van Schanke A, Zimmermann H, Rübsamen-Schaeff H. Pharmacokinetics and safety of letermovir, a novel anti-human cytomegalovirus drug, in patients with renal impairment. Br J Clin Pharmacol 2017;83:1944-1953.
 
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Letzte Aktualisierung: 14.09.2018