Dosierung bei Niereninsuffizienz
Pembrolizumab
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 25 d [1]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: Kreatininerhöhung [1,6].
Gelegentlich: autoimmune Nephritis, tubulointerstitielle Nephritis und Nierenversagen oder akutes Nierenversagen mit Anzeichen einer Nephritis, nephrotisches Syndrom [1,6].
Nephritis trat bei 0,4 % der Patienten unter Pembrolizumab auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Nephritis betrug 4,9 Monate (Spanne 12 Tage bis 12,8 Monate) [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz In populationsbezogenen pharmakokinetischen Analysen wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Ausscheidung von Pembrolizumab zwischen Patienten mit leicht- oder mittelgradig eingeschränkter und Patienten mit normaler Nierenfunktion festgestellt [1]. Die Pharmakokinetik bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [1].
In einem Fallbericht wurde Pembrolizumab bei einem Dialysepatienten in normaler Dosierung angewendet [2].
Die Behandlung mit Pembrolizumab kann das Abstoßungsrisiko bei Empfängern solider Organtransplantate erhöhen [4,5] - es ist jedoch auch ein Fallbericht bekannt, in dem Pembrolizumab nach einer Transplantation gut vertragen wurde [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten nach Nierentransplantation: Abstoßungsrisiko berücksichtigen.
Monitoring: Kreatinin.
Empfehlung zum Vorgehen bei Vorliegen einer Nephritis (und Ausschluss anderer Ursachen) [1].
- Kreatinin >1,5 bis {≤}3-fach über dem oberen Normwert:
-- Unterbrechung von Pembrolizumab bis Kreatinin < 1,5 fach über dem oberen Normwert.
-- Glukokortikoid-Therapie mit einer Anfangsdosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Prednisolon (oder Äquivalent).
- Kreatinin >3-fach über dem oberen Normwert:
-- Pembrolizumab dauerhaft absetzen.
-- Glukokortikoid-Therapie mit einer Anfangsdosierung von 1 bis 2 mg/kg/Tag Prednisolon (oder Äquivalent).
 
Referenzen
  1. Fachinformation Keytruda 50mg, Stand Juli 2018
  2. Chang R, Shirai K. Safety and efficacy of pembrolizumab in a patient with advanced melanoma on haemodialysis. BMJ Case Rep 2016;2016:xx.
  3. Sadaat M, Jang S. Complete Tumor Response to Pembrolizumab and Allograft Preservation in Renal Allograft Recipient on Immunosuppressive Therapy. J Oncol Pract 2018;14:198-199.
  4. Lipson EJ, Bagnasco SM, Moore J Jr, Jang S, Patel MJ, Zachary AA, Pardoll DM, Taube JM, Drake CG. Tumor Regression and Allograft Rejection after Administration of Anti-PD-1. N Engl J Med 2016;374:896-8.
  5. Kwatra V, Karanth NV, Priyadarshana K, Charakidis M. Pembrolizumab for metastatic melanoma in a renal allograft recipient with subsequent graft rejection and treatment response failure: a case report. J Med Case Rep 2017;11:73.
  6. Wanchoo R, Karam S, Uppal NN, Barta VS, Deray G, Devoe C, Launay-Vacher V, Jhaveri KD. Adverse Renal Effects of Immune Checkpoint Inhibitors: A Narrative Review. Am J Nephrol 2017;45:160-169.
 
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Letzte Aktualisierung: 10.10.2018