Dosierung bei Niereninsuffizienz
Empagliflozin
 
Q0 * etwa 0.7 [1,2]
HWZ ** 12.4 h [1,4]
Aktive Metaboliten Keine wesentlichen Metaboliten bekannt [1,3].
UAW an der Niere und Harnwegen Erhöhtes Risiko für Infektionen des Urogenitaltrakts und für eine veränderte Harnausscheidung (Pollakisurie, Polyurie, Nykturie oder Dysurie) [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [1,2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit leichter, mittelgradiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung und bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz war die AUC von Empaglifozin im Vergleich zu Probanden mit normaler Nierenfunktion um etwa 18 %, 20 %, 66 % bzw. 48 % erhöht [1,2].
Bei Therapiebeginn ist eine geringe Abnahme der GFR zu beobachten, die vermutlich ein funktioneller Effekt ist. Im Verlauf wurde ein nephroprotektiver Effekt beschrieben, insbesondere in Patienten mit Makroalbuminämie [5-8].
Renale Kontraindikation Keine Kontraindikation bei Niereninsuffizienz angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >60 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance <60 ml/min:
- kein Therapiebeginn zur Behandlung eines Diabetes mellitus.
- bei bestehender Therapie und guter Verträglichkeit: 10 mg Empaglifozin alle 24 Stunden.
Kreatinin-Clearance <45 ml/min:
- Empaglifozin sollte abgesetzt werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation JardianceŽ 10 mg Filmtabletten, Stand Januar 2018
  2. Macha S, Mattheus M, Halabi A, Pinnetti S, Woerle HJ, Broedl UC. Pharmacokinetics, pharmacodynamics and safety of empagliflozin, a sodium glucose cotransporter 2 (SGLT2) inhibitor, in subjects with renal impairment. Diabetes Obes Metab 2014;16:215-22.
  3. Sarashina A, Ueki K, Sasaki T, Tanaka Y, Koiwai K, Sakamoto W, Woerle HJ, Salsali A, Broedl UC, Macha S. Effect of renal impairment on the pharmacokinetics, pharmacodynamics, and safety of empagliflozin, a sodium glucose cotransporter 2 inhibitor, in Japanese patients with type 2 diabetes mellitus. Clin Ther 2014;36:1606-15.
  4. Scheen AJ. Pharmacokinetics, Pharmacodynamics and Clinical Use of SGLT2 Inhibitors in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus and Chronic Kidney Disease. Clin Pharmacokinet 2015;54:691-708.
  5. Wanner C, Inzucchi SE, Lachin JM, Fitchett D, von Eynatten M, Mattheus M, Johansen OE, Woerle HJ, Broedl UC, Zinman B. Empagliflozin and Progression of Kidney Disease in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2016;375:323-34.
  6. Anders HJ, Davis JM, Thurau K. Nephron Protection in Diabetic Kidney Disease. N Engl J Med 2016;375:2096-2098.
  7. Cherney DZI, Zinman B, Inzucchi SE, Koitka-Weber A, Mattheus M, von Eynatten M, Wanner C. Effects of empagliflozin on the urinary albumin-to-creatinine ratio in patients with type 2 diabetes and established cardiovascular disease: an exploratory analysis from the EMPA-REG OUTCOME randomised, placebo-controlled trial. Lancet Diabetes Endocrinol 2017;5:610-621.
  8. Wanner C, Lachin JM, Inzucchi SE, Fitchett D, Mattheus M, George J, Woerle HJ, Broedl UC, von Eynatten M, Zinman B. Empagliflozin and Clinical Outcomes in Patients With Type 2 Diabetes Mellitus, Established Cardiovascular Disease, and Chronic Kidney Disease. Circulation 2018;137:119-129.
 
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Letzte Aktualisierung: 30.08.2018