Dosierung bei Niereninsuffizienz
Obinutuzumab
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 30 d [1]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Im Rahmen eines Tumorlyse-Syndroms kann es zu einer akuten Nierenschädigung kommen [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten In einer Phase III-Studie traten bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, sowie mehr unerwünschte Ereignisse, die zum Tode führten. Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min haben ein erhöhtes Risiko für Infusionsbedingte-Reaktionen (IRR), Neutropenie, sowie Thrombozytopenie. Bei Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <70 ml/min) wird ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Tumorlysesyndroms vermutet [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) wurde bisher nicht untersucht [1].
Antikörper werden üblicherweise über Proteolyse abgebaut. Aufgrund des hohen Molekulargewichts von Obinutuzumab (146 kDa) ist keine relevante glomeruläre Filtration zu erwarten, so dass bei niereninsuffizienten Patienten keine Änderung der Pharmakokinetik zu erwarten ist [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Prophylaxe: Hydrierung, Gabe von Urikostatika (z.B. Allopurinol) oder Uricase (z.B. Rasburicase).
Monitoring: Harnsäure, Kreatinin, Blutbild.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Gazyvaro 1000 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Stand Mai 2015
  2. Czock D, Keller F, Seidling HM. Pharmacokinetic predictions for patients with renal impairment: focus on peptides and protein drugs. Br J Clin Pharmacol 2012;74:66-74.
  3. Krych M, Dreyling M, Kneba M, Hoelzer D, Hiddemann W, Hallek M. [Prophylaxis and differential therapy of tumorlysis syndrome]. Dtsch Med Wochenschr 2004;129:1440-5.
 
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Letzte Aktualisierung: 29.12.2015