Dosierung bei Niereninsuffizienz
Pomalidomid
 
Q0 * 0.98 [2]
HWZ ** 7.5 h [1,2]
Aktive Metaboliten Aktivität der Metaboliten unbekannt [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: Nierenversagen, Harnverhalt [2].
Dabei ist offen, ob Pomalidomid tatsächlich Nierenfunktionsstörungen verursacht oder ob die angegebenen UAW durch die Grunderkrankung selbst verursacht sind.
Studien bei Niereninsuffizienz Daten aus einer populations-pharmakokinetischen Analyse mit leichtgradiger (60-<90 ml/min, n=54), mittelgradiger (30-<60 ml/min, n=40) und hochgradiger Niereninsuffizienz (<30 ml/min, n=3) deuten darauf hin, dass die Nierenfunktion keine klinisch relevante Rolle bei der Elimination von Pomalidomid spielt [1].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, die noch nicht dialysepfichtig sind, ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Zur Sicherheit sollten Kreatinin-Werte und Blutbild besonders engmaschig überwacht werden.
Dialysepatienten:
- Laut deutscher bzw. europäischer Zulassung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Am Dialysetag sollte die Dosis erst nach der Dialyse eingenommen werden [2].
- Laut amerikanischer Zulassung wird für solche Patienten eine Dosisreduktion um mindestens 25 % empfohlen [3].
 
Referenzen
  1. Li Y, Xu Y, Liu L, Wang X, Palmisano M, Zhou S. Population pharmacokinetics of pomalidomide. J Clin Pharmacol 2015;55:563-72.
  2. Fachinformation IMNOVID, Stand September 2016
  3. Drug-Label der FDA zu Pomalyst, Stand Juli 2016
 
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Letzte Aktualisierung: 25.01.2017