Dosierung bei Niereninsuffizienz
Alendronsäure
 
Q0 * Niedrig Vermutlich ausschließlich renale Elimination [1,2].
HWZ ** unbekannt Terminale Halbwertszeit etwa 11,9 Jahre [2].
Allgemeines Bisphosphonate wirken nephrotoxisch. Dies scheint jedoch nur bei intravenöser Anwendung relevant zu sein [3,2].
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen In einem Fallbericht trat bei einem Patienten mit fokal-segmentaler Glomerulosklerose (FSGS) zwei Wochen nach Beginn mit Alendronat eine ausgeprägte Proteinurie und eine akute Nierenschädigung auf [4].
In einem Fallbericht trat bei einer Patientin mit Multiplem Myelom vier Wochen nach Beginn mit Alendronat eine akute Nierenschädigung auf [5].
In einem Fallbericht trat bei einer Patientin mit CLL zwei Wochen nach Beginn mit Alendronat eine akute granulomatöse interstitielle Nephritis auf [6].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [1].
In einer Subgruppen-Analyse hatten Frauen mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 25 und 45 ml/min eine vergleichbare Risikoreduktion für Frakturen [7].
In einer Studie mit Patienten mit Niereninsuffizienz (CKD 3-4) hatte Alendronat keinen Einfluss auf die Progression von Gefäßverkalkungen [8].
In einer Studie mit Dialysepatienten (n=31) führte die Einnahme von 40 mg Alendronat einmal pro Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen zu einer geringeren Abnahme der Knochendichte an der Hüfte (gemessen nach 6 Monaten) [9].
Renale Kontraindikation Bei Kreatinin-Clearance <35 ml/min nicht empfohlen [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Kreatinin-Clearance <35 ml/min sollte Alendronsäure nicht angewendet werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation FOSAMAX® einmal wöchentlich 70mg Tbl., Stand März 2015
  2. Cocquyt V, Kline WF, Gertz BJ, Van Belle SJ, Holland SD, DeSmet M, Quan H, Vyas KP, Zhang KE, De Grève J, Porras AG. Pharmacokinetics of intravenous alendronate. J Clin Pharmacol 1999;39:385-93.
  3. Perazella MA, Markowitz GS. Bisphosphonate nephrotoxicity. Kidney Int 2008;74:1385-93.
  4. Miura N, Mizuno N, Aoyama R, Kitagawa W, Yamada H, Nishikawa K, Imai H. Massive proteinuria and acute renal failure after oral bisphosphonate (alendronate) administration in a patient with focal segmental glomerulosclerosis. Clin Exp Nephrol 2009;13:85-8.
  5. Zazgornik J, Grafinger P, Biesenbach G, Hubmann R, Fridrik M. Acute renal failure and alendronate. Nephrol Dial Transplant 1997;12:2797-8.
  6. Peña de la Vega L, Fervenza FC, Lager D, Habermann T, Leung N. Acute granulomatous interstitial nephritis secondary to bisphosphonate alendronate sodium. Ren Fail 2005;27:485-9.
  7. Jamal SA, Bauer DC, Ensrud KE, Cauley JA, Hochberg M, Ishani A, Cummings SR. Alendronate treatment in women with normal to severely impaired renal function: an analysis of the fracture intervention trial. J Bone Miner Res 2007;22:503-8.
  8. Toussaint ND, Lau KK, Strauss BJ, Polkinghorne KR, Kerr PG. Effect of alendronate on vascular calcification in CKD stages 3 and 4: a pilot randomized controlled trial. Am J Kidney Dis 2010;56:57-68.
  9. Wetmore JB, Benet LZ, Kleinstuck D, Frassetto L. Effects of short-term alendronate on bone mineral density in haemodialysis patients. Nephrology (Carlton) 2005;10:393-9.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.11.2015