Dosierung bei Niereninsuffizienz
Anakinra
 
Q0 * 0.25 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [1]
HWZ ** 5 h nach subkutaner Gabe [1,3]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten In einem Fallbericht (71-jährige Frau, Kreatinin-Clearance 14 ml/min) führte die Gabe von 100 mg Anakinra pro Tag zu einer Neutropenie von 1000/mm3. Unter Gabe alle 2 Tage stieg die Neutrophilenzahl. Die Therapie mit Anakinra wurde nach 2 Monaten bei Verschlechterung der Nierenfunktion (Ursache unklar) beendet [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR 10-30 ml/min) war nach intravenöser Gabe die Arzneimittelclearance im Mittel von 8,2 auf 1,2 L/h erniedrigt und die Halbwertszeit von 2,6 auf 7,2 h verlängert [1].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (Kreatininclearance >30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance <30 ml/min: Anwendung nur jeden 2. Tag erwägen.
Monitoring: besonders engmaschiges klinisches Monitoring (z.B. Neutropenie) bei Kreatininclearance <50 ml/min.
 
Referenzen
  1. Yang BB, Baughman S, Sullivan JT. Pharmacokinetics of anakinra in subjects with different levels of renal function. Clin Pharmacol Ther 2003;74:85-94.
  2. Direz G, Nol N, Guyot C, Toupance O, Salmon JH, Eschard JP. Efficacy but side effects of anakinra therapy for chronic refractory gout in a renal transplant recipient with preterminal chronic renal failure. Joint Bone Spine 2012;79:631.
  3. Fachinformation Kineret, Stand April 2018
 
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Letzte Aktualisierung: 28.08.2018