Dosierung bei Niereninsuffizienz
Acamprosat
 
Q0 * 0.12 [1]
HWZ ** 25 h [1]
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Bei Tieren, die Acamprosat in hoher Dosierung erhielten, wurden Kalkablagerungen in den Nieren gesehen [2].
Es ist unklar, ob dieser Effekt im Menschen relevant ist.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht bekannt [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR 5-29 ml/min) war die Arzneimittelclearance im Mittel von 180 auf 15,8 L/h erniedrigt und die Halbwertszeit von 24 auf 47 h verlängert [1].
Renale Kontraindikation Laut deutschem Hersteler sollte Acamprosat bei einem Serumkreatinin >120 µmol/l nicht gegeben werden [2].
Die FDA gibt als Grenze eine Kreatinin-Clearance <30 ml/min an [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (GFR >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei GFR 30-50 ml/min: 333 mg dreimal am Tag.
Bei GFR <30 ml/min sollte Acamprosat nicht angewendet werden.
 
Referenzen
  1. Saivin S, Hulot T, Chabac S, Potgieter A, Durbin P, Houin G. Clinical pharmacokinetics of acamprosate. Clin Pharmacokinet 1998;35:331-45.
  2. Fachinformation CampralŪ, magensaftresistente Tablette, Stand Juni 2013
  3. Drug-Label der FDA zu Acamprosate Calcium, Stand Februar 2012
 
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Letzte Aktualisierung: 24.07.2015