Dosierung bei Niereninsuffizienz
Alteplase
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 5 min Angegeben ist die initiale HWZ. Zweite Phase: 40 Minuten [1,2].
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: urogenitale Blutungen (z. B. Hämaturie, Blutungen der Harnwege) [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten In Einzelstudien sind unerwünschte Ereignisse wie symptomatische intrakraniale Blutungen bei niereninsuffizienten Patienten (eGFR<60 ml/min/1.73m2) häufiger aufgetreten (z.B. 9 vs 4% [6]). Die zusammengefasste Evidenz einer Meta-Analyse konnte jedoch kein erhöhtes Risiko belegen [8]. Daten zu Hämodialysepatienten sind sehr spärlich. Auch hier spricht die Datenlage und Expertenmeinung nicht grundsätzlich gegen eine Anwendung [9,10].
Studien bei Niereninsuffizienz Aufgrund des hohen Molekulargewichts von Alteplase (65 kDa) ist keine relevante glomeruläre Filtration zu erwarten, so dass bei niereninsuffizienten Patienten keine Änderung der Pharmakokinetik zu erwarten ist [7]. Alteplase wird hepatisch eliminiert und die Clearance gleicht dem hepatischen Blutfluss und wird durch diesen bestimmt [3-5]. Studien bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ergaben keinen Hinweis auf eine geminderte Wirksamkeit beim Einsatz in den Indikationen Schlaganfall [6] und Herzinfarkt [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Actilyse® Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung 50 ml, Stand August 2013
  2. Vincze Z, Brugos B. Does impairment of renal and hepatic function influence the metabolism of thrombolytics in patients with myocardial infarction? Pharmazie 2008;63:245-6.
  3. Cohen AF, Burggraaf K, de Boer A, Kluft C. Clearance of plasminogen activator--a major determinant of plasma concentration: therapeutic and diagnostic implications. Ann N Y Acad Sci 1992;667:443-9.
  4. Cohen A. Pharmacokinetics of the recombinant thrombolytic agents: what is the clinical significance of their different pharmacokinetic parameters? BioDrugs 1999;11:115-23.
  5. van Griensven JM, Koster RW, Burggraaf J, Huisman LG, Kluft C, Kroon R, Schoemaker RC, Cohen AF. Effects of liver blood flow on the pharmacokinetics of tissue-type plasminogen activator (alteplase) during thrombolysis in patients with acute myocardial infarction. Clin Pharmacol Ther 1998;63:39-47.
  6. Hsieh CY, Lin HJ, Sung SF, Yang YK, Lai EC, Hsieh HC, Chen CH. Does Renal Dysfunction Modify the Effect of Intravenous Thrombolysis for Acute Ischemic Stroke within 4.5 Hours of Onset? A Multicenter Observational Study. J Stroke Cerebrovasc Dis 2015;xx:xx.
  7. Czock D, Keller F, Seidling HM. Pharmacokinetic predictions for patients with renal impairment: focus on peptides and protein drugs. Br J Clin Pharmacol 2012;74:66-74.
  8. Hao Z, Yang C, Liu M, Wu B. Renal dysfunction and thrombolytic therapy in patients with acute ischemic stroke: a systematic review and meta-analysis. Medicine (Baltimore) 2014;93:e286.
  9. Naganuma M, Mori M, Nezu T, Makihara N, Koga M, Okada Y, Minematsu K, Toyoda K, SAMURAI Study Investigators. Intravenous recombinant tissue plasminogen activator therapy for stroke patients receiving maintenance hemodialysis: the Stroke Acute Management with Urgent Risk-Factor Assessment and Improvement (SAMURAI) rt-PA registry. Eur Neurol 2011;66:37-41.
  10. Palacio S, Gonzales NR, Sangha NS, Birnbaum LA, Hart RG. Thrombolysis for acute stroke in hemodialysis: international survey of expert opinion. Clin J Am Soc Nephrol 2011;6:1089-93.
 
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Letzte Aktualisierung: 10.02.2015