Dosierung bei Niereninsuffizienz
Levosimendan
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 1 h [1]
Aktive Metaboliten OR-1855 (Aminophenylpyridazinon) und OR-1896, HWZ 75-80 Stunden [1]. Die Aktivität von OR-1896 entspricht in etwa der von Levosimendan [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht bekannt [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die mittleren Konzentrationen der aktiven Metaboliten (OR-1855 und OR-1896) waren bei Patienten mit schwerer Nierenerkrankung und bei Patienten mit Hämodialyse bis zu 2,7-fach erhöht [1].
In einer Studie bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min; n=12) oder Hämodialyse (n=13) wurde bei normaler Dosierung kein erhöhtes Risiko für UAW berichtet, allerdings hatten diese Patienten keine Herzinsuffizienz. Die HWZ der Metaboliten war 1,5fach verlängert. AUC und Cmax waren doppelt so hoch [2].
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und abnehmender Nierenfunktion führte Levosimendan zu einem Anstieg der GFR [3].
Levosimendan erhöhte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 15-80 ml/min) und Herzinsuffizienz (NYHA III und IV) signifikant die GFR für mindestens 14 und höchstens 30 Tage nach Therapiebeginn [4].
In einem Fallbericht bei einem 14-jährigen Kind mit dilatativer Kardiomyopathie und chronischem Nierenversagen (GFR <30 ml/min) wurde eine Infusionsrate von 0,2 mg/kg/h für 24 h vertragen [5].
Renale Kontraindikation Kreatinin-Clearance <30 ml/min [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (GFR >30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Nach Beendigung der Infusion sollte die Nachbeobachtungszeit jedoch von 3 auf 5 Tage verlängert werden (EKG-Überwachung, Kontrolle von Herzfrequenz, Blutdruck und Urinausscheidung).
Bei GFR <30 ml/min sollte Levosimendan nicht gegeben werden.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Levosimendan, Stand November 2013
  2. Puttonen J, Kantele S, Kivikko M, Häkkinen S, Harjola VP, Koskinen P, Pentikäinen PJ. Effect of severe renal failure and haemodialysis on the pharmacokinetics of levosimendan and its metabolites. Clin Pharmacokinet 2007;46:235-46.
  3. Zorlu A, Yücel H, Yontar OC, Karahan O, Tandogan I, Katrancioglu N, Yilmaz MB. Effect of levosimendan in patients with severe systolic heart failure and worsening renal function. Arq Bras Cardiol 2012;98:537-43.
  4. Hou ZQ, Sun ZX, Su CY, Tan H, Zhong X, Hu B, Zhou Y, Shang DY. Effect of levosimendan on estimated glomerular filtration rate in hospitalized patients with decompensated heart failure and renal dysfunction. Cardiovasc Ther 2013;31:108-14.
  5. Lobo Martínez P, Oulego Erroz I, Gautreux Minaya S, Rodríguez Fernández LM. Treatment of acute heart failure using levosimendan for a patient with dilated cardiomyopathy, chronic renal failure, and hypertension. Pediatr Cardiol 2011;32:1012-6.
 
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Letzte Aktualisierung: 04.08.2014