Dosierung bei Niereninsuffizienz
Olmesartan
 
Q0 * 0.6 [1]
HWZ ** 12.5 h [1]
Aktive Metaboliten Olmesartanmedoxomil ist ein Prodrug, das zur aktiven Substanz Olmesartan hydrolisiert wird [1].
UAW an der Niere und Harnwegen ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten und Renin-Hemmer können im Glomerulum zu einem Filtratabfall (durch Dilatation des Vas efferens) und damit zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum akuten Nierenversagen führen. Dies betrifft insbesondere Patienten mit erhöhter Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems sowie Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie [5].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <20 ml/min) war die mittlere AUC 2,8-fach erhöht, wohingegen die Halbwertszeit unverändert war [2].
Olmesartan ist nicht dialysierbar [6].
Renale Kontraindikation Keine Gegenanzeige angegeben. Eine Anwendung bei Kreatinin-Clearance <20 ml/min wird jedoch nicht empfohlen [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich, die maximale Tagesdosis sollte jedoch auf 20 mg begrenzt werden.
Bei GFR <20 ml/min sollte Olmesartan nicht verwendet werden.
Monitoring: Kreatinin, Kalium.
Bei Behandlungsbeginn sollte nach 3-7 Tagen eine Kontrolle der Kreatinin- und Kalium-Werte durchgeführt werden. In dieser Situation ist ein mäßiger Anstieg des Kreatinins zu erwarten (sofern nicht bereits zuvor mit einem anderen ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten oder Renin-Hemmer behandelt wurde). Deshalb kann je nach klinischer Situation des Patienten ein Kreatininanstieg bis etwa 30% akzeptabel sein, muss aber kurzfristig kontrolliert werden [3,4]. Die Häufigkeit weiterer Kontrollen hängt von den Werten, der Begleitmedikation und der Nierenfunktion ab.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Olmetec, Stand April 2013
  2. von Bergmann K, Laeis P, PŁchler K, Sudhop T, Schwocho LR, Gonzalez L. Olmesartan medoxomil: influence of age, renal and hepatic function on the pharmacokinetics of olmesartan medoxomil. J Hypertens Suppl 2001;19:S33-40.
  3. Ahmed A. Use of angiotensin-converting enzyme inhibitors in patients with heart failure and renal insufficiency: how concerned should we be by the rise in serum creatinine? J Am Geriatr Soc 2002;50:1297-300.
  4. Bakris GL, Weir MR. Angiotensin-converting enzyme inhibitor-associated elevations in serum creatinine: is this a cause for concern? Arch Intern Med 2000;160:685-93.
  5. Raebel MA. Hyperkalemia associated with use of angiotensin-converting enzyme inhibitors and angiotensin receptor blockers. Cardiovasc Ther 2012;30:e156-66.
  6. Tanaka H, Nagasawa Y, Matsui I, Hamano T, Iwatani H, Kawada N, Horio M, Ito T, Isaka Y, Imai E. Pharmacokinetics of olmesartan medoxomil in hemodialysis patients: little effect of dialysis upon its pharmacokinetics. Clin Exp Nephrol 2009;13:61-5.
 
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Letzte Aktualisierung: 04.08.2014