Dosierung bei Niereninsuffizienz
Gliquidon
 
Q0 * 1 [1-5]
HWZ ** 3 h [1]
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv bzw. so gut wie inaktiv [1-3].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [1-3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko für schwere Hypoglykämien bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist nicht belegt [2,3].
Der Hersteller gibt jedoch an, dass bei Patienten mit gestörter Nierenfunktion die Initial- und Erhaltungsdosis aufgrund der Gefahr einer Hypoglykämie zu reduzieren ist [1].
Studien bei Niereninsuffizienz In älteren klinischen Studien gab es bei Niereninsuffizienz keinen Hinweis auf einen Unterschied in Konzentrationen oder Hypoglykämierisiko [3].
Renale Kontraindikation Laut Hersteller ist Gliquidon bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Laut Hersteller ist Gliquidon bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) kontraindiziert.
Nach vorliegenden (begrenzten) Daten und klinischer Erfahrung erscheint ein Einsatz unter folgenden Voraussetzungen vertretbar
- Individuelle Nutzen-Risiko Abwägung
- Aufklärung des Patienten
- Besonders engmaschige Überwachung
 
Referenzen
  1. Fachinformation Glurenorm, Stand Mai 2008
  2. Malaisse WJ. Gliquidone contributes to improvement of type 2 diabetes mellitus management: a review of pharmacokinetic and clinical trial data. Drugs R D 2006;7:331-7.
  3. Harrower AD. Pharmacokinetics of oral antihyperglycaemic agents in patients with renal insufficiency. Clin Pharmacokinet 1996;31:111-9.
  4. Kopitar Z. [Human pharmacokinetics and metabolism of 14C-labeled gliquidone (AR-DF 26)]. Arzneimittelforschung 1975;25:1455-60.
  5. Kopitar Z, Koss FW. [Pharmacokinetic behaviour of gliquidone (AR-DF 26), a new sulfonyl urea. Summary of the studies so far (author's transl)]. Arzneimittelforschung 1975;25:1933-8.
 
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Letzte Aktualisierung: 21.03.2014