Dosierung bei Niereninsuffizienz
Risperidon
 
Q0 * Hoch [1]
HWZ ** 3 h [1]
Aktive Metaboliten 9-Hydroxy-Risperidon (HWZ 20 h) wird überwiegend renal eliminiert [1,2].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [1].
In einer epidemiologischen Studie wurde ein erhöhtes Risiko für Krankenhausaufnahme wegen akuter Nierenschädigung bei Behandlung älterer Patienten mit atypischen Neuroleptika (inkl. Risperidon) beschrieben [4]. Falls ein kausaler Zusammenhang bestehen sollte, könnten Faktoren wie arterielle Hypotonie, akute Harnretention und Rhabdomyolyse im Rahmen eines malignen Neuroleptika-Syndroms eine Rolle spielen.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
In einem Fallbericht entwickelte ein Dialysepatient nach Gabe von 2 mg Risperidon (zusammen mit anderen Arzneimitteln) ein malignes neuroleptisches Syndrom [5].
In einem Fallbericht erhielt eine Dialysepatientin 1 mg zweimal am Tag. Nebenwirkungen wurden nicht berichtet [6].
In einem Fallbericht erhielt eine Dialysepatientin 6 mg einmal am Tag (nach langsamer Dosissteigerung) bzw. 50 mg alle zwei Wochen (Depot-Präparat). Nebenwirkungen wurden nicht berichtet [8].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz war die Arzneimittelclearance von Risperidon im Mittel auf die Hälfte erniedrigt. Die Exposition von 9-Hydroxy-Risperidon war im Mittel 2,6-fach erhöht und die Halbwertszeit von 16,5 auf 33,6 h verlängert [2].
Auf Grund der hohen Plasmaproteinbindung von Risperidon (90%) ist eine klinisch relevante Elimination durch Hämodialyse nicht zu erwarten.
Daten aus Fallberichten sprechen nicht für eine relevante Elimination von Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon [7,8].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei mittel- bis hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <60 ml/min) sollten die Anfangs- und Folgedosierungen halbiert werden und eine Dosissteigerung langsamer erfolgen.
Ein Hersteller empfiehlt zur Behandlung einer Schizophrenie bei Niereninsuffizienz [3]
- 1. Woche: 0,5 mg zweimal täglich
- 2. Woche: 1 mg zweimal täglich (oder 2 mg einmal täglich)
- Wenn eine tägliche orale Gesamtdosis von mindestens 2 mg gut vertragen wird, kann die Injektion von 25 mg eines Depot-Präparats alle 2 Wochen erfolgen.
Monitoring: Nierenfunktion (insbesondere bei älteren Patienten mit niedrigem Blutdruck)
 
Referenzen
  1. Fachinformation Risperidal, Stand März 2011
  2. Snoeck E, Van Peer A, Sack M, Horton M, Mannens G, Woestenborghs R, Meibach R, Heykants J. Influence of age, renal and liver impairment on the pharmacokinetics of risperidone in man. Psychopharmacology (Berl) 1995;122:223-9.
  3. Fachinformation RISPERDAL® CONSTA®, Stand Dezember 2013
  4. Hwang YJ, Dixon SN, Reiss JP, Wald R, Parikh CR, Gandhi S, Shariff SZ, Pannu N, Nash DM, Rehman F, Garg AX. Atypical antipsychotic drugs and the risk for acute kidney injury and other adverse outcomes in older adults: a population-based cohort study. Ann Intern Med 2014;161:242-8.
  5. Hayashi H, Kawakatsu S, Watanabe K, Fukasawa T, Otani K. Neuroleptic malignant syndrome complicated by massive intestinal bleeding in a patient with chronic renal failure. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry 2002;26:1225-7.
  6. Gupta M, Annadatha S. Treating bipolar disorder in patients with renal failure having haemodialysis: two case reports. Clin Pract Epidemiol Ment Health 2008;4:21.
  7. Railton CJ, Kapur B, Koren G. Subtherapeutic risperidone serum concentrations in an adolescent during hemodialysis: a pharmacological puzzle. Ther Drug Monit 2005;27:558-61.
  8. Batalla A, Vera M, Torra M, Parellada E. Antipsychotic treatment in a patient with schizophrenia undergoing hemodialysis. J Clin Psychopharmacol 2010;30:92-4.
 
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Letzte Aktualisierung: 07.01.2016