Dosierung bei Niereninsuffizienz
Azilsartan
 
Q0 * etwa 0.5 [1]
HWZ ** 11 h [1]
Aktive Metaboliten Azilsartanmedoxomil ist ein Prodrug, das zur aktiven Substanz Azilsartan hydrolisiert wird [1].
UAW an der Niere und Harnwegen ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten und Renin-Hemmer können im Glomerulum zu einem Filtratabfall (durch Dilatation des Vas efferens) und damit zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum akuten Nierenversagen führen. Dies betrifft insbesondere Patienten mit erhöhter Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems sowie Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit leichter, mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung wurde eine Zunahme der AUC von Azilsartan um +30%, +25% und +95% beobachtet. Keine Erhöhung (+5%) wurde bei Patienten mit terminaler Nierenfunktionsstörung unter Hämodialyse beobachtet [1].
Azilsartan ist nicht dialysierbar [1].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (GFR >30 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) erscheint eine Dosisanpassung, in Analogie zu anderen AT1-Rezeptor-Antagonisten, als nicht notwendig. Eine Dosissteigerung auf die Maximal-Dosis sollte jedoch nur zurückhaltend erfolgen.
Bei Behandlungsbeginn sollte nach 3-7 Tagen eine Kontrolle der Kreatinin- und Kalium-Werte durchgeführt werden. In dieser Situation ist ein mäßiger Anstieg des Kreatinins zu erwarten (sofern nicht bereits zuvor mit einem anderen ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor Antagonisten oder Renin Hemmer behandelt wurde). Deshalb kann je nach klinischer Situation des Patienten ein Kreatininanstieg bis etwa 30% akzeptabel sein, muss aber kurzfristig kontrolliert werden. Die Häufigkeit weiterer Kontrollen hängt von den Werten, der Begleitmedikation und der Nierenfunktion ab.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Edarbi, Stand Dezember 2011
  2. Raebel MA. Hyperkalemia associated with use of angiotensin-converting enzyme inhibitors and angiotensin receptor blockers. Cardiovasc Ther 2012;30:e156-66.
 
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Letzte Aktualisierung: 09.07.2013