Dosierung bei Niereninsuffizienz
Ibandronsäure
 
Q0 * etwa 0.5 [1]
HWZ ** 35 h scheinbare Halbwertszeit: 10-60h [1]
Aktive Metaboliten Keine bekannt [1,3].
UAW an der Niere und Harnwegen Im Vergleich zu anderen Bisphosphonaten scheint bei Ibandronsäure kein klinisch relevantes nephrotoxisches Potential zu bestehen [6]. Es konnte kein erhöhtes Risiko für eine renale Toxizität im Vergleich zu Placebo beobachtet werden [9]. In einer Langzeitstudie über 4 Jahre konnten keine klinisch relevanten renalen UAW beobachtet werden [8]. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz (GFR >35ml/min) führte die 3-monatliche intravenöse Applikation (Injektion/ Infusion) von Ibandronsäure (3mg) zu keiner Verschlechterung der Nierenfunktion über einen Zeitraum von 12 Monaten [7]. Bei 9 Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (GFR <30ml/min) konnte bei einer Infusion von 6mg Ibandronsäure über 30 Minuten keine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet werden [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30ml/min) war die AUC im Mittel um 64% erhöht. Die renale Clearance von Ibandronat beträgt 50-60% der Gesamtclearance [1,2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1,3-5].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Die Empfehlungen unterscheiden sich nach Indikation und Applikationsweg.
Osteoporose (perorale Gabe monatlich oder intravenös alle 3 Monate)
- GFR >30 ml/min: keine Dosisanpassung nötig.
- Bei GFR <30 ml/min sollte Ibandronat nicht verwendet werden.
Im Rahmen von Tumorerkrankungen
Peroral, täglich
- GFR ≥50 ml/min: 50 mg pro Tag
- GFR 30-<50 ml/min: 50 mg alle 2 Tage.
- bei GFR <30 ml/min: 50 mg einmal wöchentlich.
Intravenös, alle 3-4 Wochen
- GFR ≥50 ml/min 6 mg (Infusionsvolumen: 100 ml; Infusionsdauer: 15 min).
- GFR 30-<50 ml/min: 4 mg (Infusionsvolumen: 500 ml; Infusionsdauer: 1 h).
- GFR <30 ml/min: 2 mg (Infusionsvolumen 500 ml; Infusionsdauer: 1 h).
Monitoring: Kreatinin vor jeder Gabe.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Fachinformation Bondronat 2mg, Stand, Stand Juli 2011
  2. Bergner R, Henrich DM, Hoffmann M, Honecker A, Mikus G, Nauth B, Nagel D, Uppenkamp M. Renal safety and pharmacokinetics of ibandronate in multiple myeloma patients with or without impaired renal function. J Clin Pharmacol 2007;47:942-50.
  3. Fachinformation Fachinformation Bonviva 3mg, Stand, Stand Juli 2011
  4. Fachinformation Fachinformation Bondronat 50mg Filmtabl., Stand, Stand Juli 2011
  5. Fachinformation Fachinformation Bonviva 150mg Filmtabl., Stand, Stand Juli 2011
  6. Perazella MA, Markowitz GS. Bisphosphonate nephrotoxicity. Kidney Int 2008;74:1385-93.
  7. Miller PD, Ragi-Eis S, Mautalen C, Ramirez F, Jonkanski I. Effects of intravenous ibandronate injection on renal function in women with postmenopausal osteoporosis at high risk for renal disease--the DIVINE study. Bone 2011;49:1317-22.
  8. Pecherstorfer M, Rivkin S, Body JJ, Diel I, Bergström B. Long-term safety of intravenous ibandronic acid for up to 4 years in metastatic breast cancer: an open-label trial. Clin Drug Investig 2006;26:315-22.
  9. Body JJ, Diel IJ, Tripathy D, Bergstrom B. Intravenous ibandronate does not affect time to renal function deterioration in patients with skeletal metastases from breast cancer: phase III trial results. Eur J Cancer Care (Engl) 2006;15:299-302.
 
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Letzte Aktualisierung: 25.07.2013