Dosierung bei Niereninsuffizienz
Adefovir
 
Q0 * < 0.1 bezogen auf Adefovir [1,2].
HWZ ** 7.2 h [1].
Aktive Metaboliten Adefovir ist der aktive Metabolit des Prodrugs Adefovirdipivoxil. Intrazellulär: Adeforvirdiphosphat [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr häufig: Erhöhung des Kreatininwerts.
Häufig: Nierenversagen, Veränderung der Nierenfunktion, Hypophosphatämie.
Häufigkeit nicht bekannt: Fanconi-Syndrom, proximale renale Tubulopathie [1,3,5,7].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht bekannt [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Nach Einzelgabe von 10 mg war die AUC bei hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min) 6.2-fach erhöht [1].
Bei 4 stündiger Hämodialyse werden ungefähr 35 % eliminiert [1].
In einer Studie mit Dosisreduktion (bei unverändertem Dosierungsintervall) zeigte sich eine verminderte Wirksamkeit bei höhergradiger Niereninsuffizienz [6].
In einer Studie in Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz war eine Intervallverlängerung (auf 10 mg alle 48 h) nicht mit einer verringerten Wirksamkeit assoziiert [7].
In einer kleinen Studie (6 Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz, 4 mit mittelgradiger Niereninsuffizienz, 1 Dialysepatient) wurde Adefovir gut vertragen [8].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Der Hersteller empfiehlt [4]
Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min: 10 mg alle 48 h.
Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min: 10 mg alle 72 h.
Kreatinin-Clearance <10 ml/min, noch keine Dialyse: keine Empfehlung.
Kreatinin-Clearance <10 ml/min, regelmäßige Hämodialyse: 10 mg alle 7 d (nach der Dialysebehandlung).
Andere Autoren empfehlen die Intervallverlängerung auf 72 h erst bei einer Kreatinin-Clearance <20 ml/min [8].
Monitoring: Kontrolle der Nierenfunktion im ersten Jahr alle vier Wochen, dann alle 3 Monate. Öfter bei vorbestehender Niereninsuffizienz oder Risiko für eine Nierenfunktionsstörung oder bei gleichzeitiger Gabe von potentiell nephrotoxischen Substanzen (Ciclosporin,Tacrolimus, Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Pentamidin, Vancomycin).
 
Referenzen
  1. Fachinformation Hepsera, Stand Juni 2009
  2. Cundy KC.Clinical pharmacokinetics of the antiviral nucleotide analogues cidofovir and adefovir. Clin Pharmacokinet. 1999;36:127-43.
  3. Ha NB, Garcia RT, Trinh HN, Vu AA, Nguyen HA, Nguyen KK, et al.. Renal dysfunction in chronic hepatitis B patients treated with adefovir dipivoxil. Hepatology. 2009;50:727-34.
  4. Fachinformation Hepsera® 10 mg Tabletten, Stand März 2014
  5. Law ST, Li KK, Ho YY. Nephrotoxicity, including acquired Fanconi's syndrome, caused by adefovir dipivoxil - is there a safe dose? J Clin Pharm Ther 2012;37:128-31.
  6. Shiffman ML, Pol S, Rostaing L, Schiff E, Thabut D, Zeuzem S, Zong J, Frederick D, Rousseau F. Efficacy and pharmacokinetics of adefovir dipivoxil liquid suspension in patients with chronic hepatitis B and renal impairment. J Clin Pharmacol 2011;51:1293-301.
  7. Hartono JL, Aung MO, Dan YY, Gowans M, Lim K, Lee YM, Lee GH, Low HC, Tan PS, Thwin MA, Soon C, Chiu LL, Khoo MJ, Koay E, Lim SG. Resolution of adefovir-related nephrotoxicity by adefovir dose-reduction in patients with chronic hepatitis B. Aliment Pharmacol Ther 2013;37:710-9.
  8. Fontaine H, Vallet-Pichard A, Chaix ML, Currie G, Serpaggi J, Verkarre V, Varaut A, Morales E, Nalpas B, Brosgart C, Pol S. Efficacy and safety of adefovir dipivoxil in kidney recipients, hemodialysis patients, and patients with renal insufficiency. Transplantation 2005;80:1086-92.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 03.03.2015