Dosierung bei Niereninsuffizienz
Natriumthiosulfat
 
Q0 * 0.57 [2].
HWZ ** 0.8 h [1].
Aktive Metaboliten Wenn Natriumthiosulfat bei Cyanid-Vergiftung gegeben wird, wird Thiozyanid (= Thiozyanat = Rhodanid) gebildet [1]. Dieses wird vorwiegend renal eliminiert (Q0 = 0.85) [6]. Eingeschränkte Daten sprechen für Elimination durch Hämodialyse und CVVHDF [7,8].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Cyanid-Vergiftung und Niereninsuffizienz, ist die Ausscheidung des nach Verabreichung von Natriumthiosulfat gebildeten Rhodanids verzögert. Unter diesen Umständen können Rhodanid-Plasmakonzentrationen über 1 mg/ml auftreten, wodurch Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Psychosen ausgelöst werden können [1].
Bei einem Dialysepatienten mit Calciphylaxie trat eine schwere metabolische Azidose auf [4].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Dialysepatienten war die Arzneimittelclearance auf 50% reduziert. Natiumthiosulfat ist dialysierbar [2,5].
Bei einem Dialysepatienten mit Calciphylaxie wurde eine Halbwertszeit von 8 Stunden gemessen [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Einmalgabe im Rahmen von Intoxikationen, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig.
Bei Gabe dreimal pro Woche (z.B. bei Calciphylaxie) ist aufgrund der kurzen Halbwertszeit nicht mit einer Akkumulation zu rechnen.
Monitoring: Säure-Basen Haushalt.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Natriumthiosulfat Köhler, Stand Februar 2006
  2. Farese S, Stauffer E, Kalicki R, Hildebrandt T, Frey BM, Frey FJ, Uehlinger DE, Pasch A. Sodium thiosulfate pharmacokinetics in hemodialysis patients and healthy volunteers. Clin J Am Soc Nephrol. 2011;6:1447-55.
  3. Brucculeri M, Cheigh J, Bauer G, Serur D. Long-term intravenous sodium thiosulfate in the treatment of a patient with calciphylaxis. Semin Dial. 2005;18:431-4.
  4. Selk N, Rodby RA. Unexpectedly severe metabolic acidosis associated with sodium thiosulfate therapy in a patient with calcific uremic arteriolopathy. Semin Dial. 2011;24:85-8.
  5. Singh RP, Derendorf H, Ross EA. Simulation-based sodium thiosulfate dosing strategies for the treatment of calciphylaxis. Clin J Am Soc Nephrol. 2011;6:1155-9.
  6. Schulz V, Bonn R, Kindler J. Kinetics of elimination of thiocyanate in 7 healthy subjects and in 8 subjects with renal failure. Klin Wochenschr. 1979;57:243-7.
  7. Hasuike Y, Nakanishi T, Moriguchi R, Otaki Y, Nanami M, Hama Y, Naka M, Miyagawa K, Izumi M, Takamitsu Y. Accumulation of cyanide and thiocyanate in haemodialysis patients. Nephrol Dial Transplant. 2004;19:1474-9.
  8. Nessim SJ, Richardson RM. Dialysis for thiocyanate intoxication: a case report and review of the literature. ASAIO J. 2006;52:479-81.
 
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Letzte Aktualisierung: 14.10.2011