Dosierung bei Niereninsuffizienz
Febuxostat
 
Q0 * Hoch [1].
HWZ ** 6.5 h [1].
Aktive Metaboliten Es sind vier aktive Hydroxymetaboliten beschrieben, von denen drei (67M-, 67M-2, 67M-3) im menschlichen Plasma nachweisbar sind [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Nierenversagen, Nephrolithiasis, Hämaturie, Pollakisurie, Proteinurie
Sehr selten: tubulo-interstitielle Nephritis, Harndrang [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei einer Studie mit 15 Patienten mit Nierenfunktionsstörungen trat bei einem Patienten Übelkeit als potentielle UAW auf [2]. Bei fünf Hämodialysepatienten, die mit 10 oder 20 mg Febuxostat täglich behandelt wurden, traten keine UAW auf [4].
Studien bei Niereninsuffizienz Die AUC erhöhte sich bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktionseinschränkung um das 1,8fache; die Halbwertszeit um das 1,5fache. Die Cmax und AUC der aktiven Metaboliten erhöhten sich um das 2-4fache, die Halbwertszeit ca. um das 1,6fache [3].
Eine Fallserie von fünf Hämodialysepatienten zeigte eine gute Verträglichkeit bei Behandlung mit 10 mg oder 20 mg Febuxostat täglich. Bei einem der Patienten musste die Dosis auf 10 mg dreimal wöchentlich nach Dialyse reduziert werden, da der Serumharnsäurespiegel zu stark absank; Febuxostatkinetik-Daten wurden nicht bestimmt [4].
Plasmaproteinbindung: Febuxostat 99,2%, aktive Metaboliten 82-91% [1].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Febuxostat hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig.
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz sollte eher niedrig dosiert werden. Dialysepatienten scheinen bereits auf sehr kleine Dosen anzusprechen.
Eine relevante Elimination von Febuxostat und aktiven Metaboliten durch Hämodialyse, erscheint auf Grund der hohen Proteinbindung unwahrscheinlich.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Adenuric, Stand Oktober 2012
  2. Hoshide S, Takahashi Y, Ishikawa T, Kubo J, Tsuchimoto M, Komoriya K, Ohno I, Hosoya T. PK/PD and safety of a single dose of TMX-67 (febuxostat) in subjects with mild and moderate renal impairment. Nucleosides Nucleotides Nucleic Acids 2004;23:1117-8.
  3. Mayer MD, Khosravan R, Vernillet L, Wu JT, Joseph-Ridge N, Mulford DJ. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of febuxostat, a new non-purine selective inhibitor of xanthine oxidase in subjects with renal impairment. Am J Ther 2005;12:22-34.
  4. Horikoshi R, Akimoto T, Inoue M, Morishita Y, Kusano E. Febuxostat for hyperuricemia: experience with patients on chronic hemodialysis treatment. Clin Exp Nephrol 2013;17:149-50.
 
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Letzte Aktualisierung: 25.07.2013