Dosierung bei Niereninsuffizienz
Lacosamid
 
Q0 * 0.6 [1].
HWZ ** 13 h [1].
Aktive Metaboliten Keine bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Bisher keine bekannt [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bisher keine bekannt [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist die Halbwertszeit auf 19.6 Stunden verlängert [3]. Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min) war die Lacosamid-Clearance nach oraler Gabe auf 63% reduziert [3]. Lacosamid wird durch Hämodialyse effektiv aus dem Plasma entfernt. Nach vierstündiger Dialyse ist die AUC um 50 % verringert [1-3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) sollte eine maximale Tagesgesamtdosis von 250 mg nicht überschritten werden.
Nach Hämodialyse sollte eine Ersatzdosis gegeben werden (z.B. 50% der Einzeldosis).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Lacosamid-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Vimpat, Stand Oktober 2010
  2. Cross SA, Curran MP. Lacosamide in partial-onset seizures. Drugs. 2009;69:449-59.
  3. Clinical Pharmacology Biopharmaceutics Review zu Lacosamide der FDA, p158-174.
 
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Letzte Aktualisierung: 29.07.2011