Dosierung bei Niereninsuffizienz
Pemetrexed
 
Q0 * 0.2 [1].
HWZ ** 3.5 h [1].
Aktive Metaboliten Polyglutamatformen und deren Metabolite [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr häufig: Kreatininerhöhung; erniedrigte Kreatinin-Clearance [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz In klinischen Studien waren bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von >45 ml/min keine Dosisanpassungen notwendig, die über die für alle Patienten empfohlenen Dosisanpassungen hinausgehen [1,2].
Bei einem Patienten mit GFR 19 ml/min war die Pemetrexed-Clearance auf 15% reduziert und die Halbwertszeit 4.4fach verlängert [2].
Ein Patient entwickelte nach Gabe von Cisplatin und Pemetrexed ein akutes Nierenversagen und Aszites. Es wurden erhöhte Pemetrexed-Konzentrationen gemessen, die auch durch Hämodialyse nur geringfügig verringert werden konnten. Es wurde vermutet, dass sich Pemetrexed, ähnlich wie Methotrexat, in Flüssigkeiten im "dritten Raum" anreichert und sich dadurch die Halbwertszeit verlängert [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
Der Hersteller gibt an, dass bei Patienten mit GFR >45 ml/min keine Dosisanpassung notwendig ist [1]. Bei Patienten mit leichter bis mittlerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 45 bis 79 ml/min) muss die gleichzeitige Anwendung von Pemetrexed und NSAIDs (z. B. Ibuprofen) oder Acetylsalicylsäure in hoher Dosis für mindestens 2 Tage vor der Therapie, am Tag der Therapie und mindestens 2 Tage nach der Therapie mit Pemetrexed vermieden werden.
Bei Flüssigkeitsansammlung im "dritten Raum" (z.B. Aszites) sollte eine Drainage erwogen werden.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Pemetrexed-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation ALIMTA, Stand März 2010
  2. Mita AC, Sweeney CJ, Baker SD, Goetz A, Hammond LA, Patnaik A, Tolcher AW, Villalona-Calero M, Sandler A, Chaudhuri T, Molpus K, Latz JE, Simms L, Chaudhary AK, Johnson RD, Rowinsky EK, Takimoto CH. Phase I and pharmacokinetic study of pemetrexed administered every 3 weeks to advanced cancer patients with normal and impaired renal function. J Clin Oncol. 2006;24:552-62.
  3. Brandes JC, Grossman SA, Ahmad H. Alteration of pemetrexed excretion in the presence of acute renal failure and effusions: Presentation of a case and review of the literature. Cancer Invest. 2006;24:283-7.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011