Dosierung bei Niereninsuffizienz
Oxaliplatin
 
Q0 * unbekannt
HWZ ** 12 min [5,6].
Aktive Metaboliten Monochlor-diaminocyclohexan (DACH)-Platinkomplex, Dichlor-DACH-Platinkomplex, Diaquo-DACH-Platinkomplex [1,2].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: Hämaturie, Dysurie, anormale Miktionshäufigkeit.
Sehr selten: akute tubulär-interstitielle Nephropathie, die zu einer akuten Niereninsuffizienz führen kann [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Obwohl die Clearance von ultrafiltrierbarem Platin bei Patienten mit moderater Niereninsuffizienz eingeschränkt ist, wurde kein zusätzlich toxischer Effekt bei diesen Patienten beobachtet [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei eingeschränkter Nierenfunktion wurde eine signifikante Abnahme der Platin-Clearance beobachtet. Ein Anstieg der Toxizität wurde jedoch nicht beobachtet [1,3]. Untersucht wurde dabei ultrafiltrierbares Platin. Es ist zu vermuten, dass ultrafiltrierbares Platin nach Gabe von Oxaliplatin, anders als nach Gabe von Cisplatin oder Carboplatin, kein guter Marker für aktive Platinspezies ist. Im Urin eines nierengesunden Patienten konnte mit einem spezifischen Assay intaktes Oxaliplatin nachgewiesen werden [4]. Die ausgeschiedene Menge wurde jedoch nicht berichtet.
Die Pharmakokinetik bei GFR <20 ml/min wurde bisher nicht untersucht.
Renale Kontraindikation Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ist die Gabe von Oxaliplatin kontraindiziert [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz (GFR >30 ml/min) kann die Behandlung mit den üblichen empfohlenen Dosierungen begonnen werden.
Bei GFR <30 ml/min sollte Oxaliplatin nicht gegeben werden und ist laut Hersteller kontraindiziert.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Eloxantin, Stand November 2008
  2. Graham MA, Lockwood GF, Greenslade D, Brienza S, Bayssas M, Gamelin E. Clinical pharmacokinetics of oxaliplatin: a critical review. Clin Cancer Res 2000;6:1205-1218.
  3. Takimoto CH, Graham MA, Lockwood G, Ng CM, Goetz A, Greenslade D, Remick SC, Sharma S, Mani S, Ramanathan RK, Synold TW, Doroshow JH, Hamilton A, Mulkerin DL, Ivy P, Egorin MJ, Grem JL. Oxaliplatin pharmacokinetics and pharmacodynamics in adult cancer patients with impaired renal function. Clin Cancer Res. 2007;13:4832-4839.
  4. Koellensperger G, Hann S. Ultra-fast HPLC-ICP-MS analysis of oxaliplatin in patient urine. Anal Bioanal Chem. 2010;397:401-406.
  5. Zhang W, Seymour L, Chen EX. Determination of intact oxaliplatin in human plasma using high performance liquid chromatography-tandem mass spectrometry. J Chromatogr B Analyt Technol Biomed Life Sci. 2008;876:277-282.
  6. Ehrsson H, Wallin I, Yachnin J. Pharmacokinetics of oxaliplatin in humans. Med Oncol. 2002;19:261-265.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 23.03.2011