Dosierung bei Niereninsuffizienz
Trofosfamid
 
Q0 * Hoch [3,4].
HWZ ** 1 h [1,2].
Aktive Metaboliten Ifosfamid (und dessen Metabolite), Cyclophosphamid (und dessen Metabolite), 4-OH-Trofosfamid [1,2].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Blasenreizung, blutiger Urin [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht.
Die zytostatisch aktiven Metabolite werden durch glomeruläre Filtration ausgeschieden. Bei Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate muss mit einer entsprechend verzögerten Ausscheidung gerechnet werden [1].
Renale Kontraindikation Nicht beschrieben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen, da ein Teil der alkylierenden Metabolite über die Niere eliminiert wird. Die vorliegenden Daten reichen für eine adäquate Dosisempfehlung nicht aus. Deshalb sollte bei Patienten, insbesondere bei höhergradiger Niereninsuffizienz, eine Gabe nur unter besonders engmaschiger klinischer Kontrolle erfolgen. Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) sollte analog zur bekannten Pharmakokinetik von Ifosfamid und Cyclophosphamid eine empirische Dosisreduktion auf 50-70% erwogen werden.
Da Ifosfamid ein Hauptmetabolit von Trofosfamid ist, kann eine Nephrotoxizität bei Gabe von Trofosfamid nicht ausgeschlossen werden, auch wenn es bisher keine entsprechenden Berichte gibt.
Bei Dosen über 10 mg/kg Körpergewicht und bei Risiko-Patienten (vorangegangene Strahlenbehandlung im Bereich des kleinen Beckens, Zystitis bei vorangegangener Cyclophosphamid, Ifosfamid oder Trofosfamid Therapie, Harnwegserkrankungen in der Anamnese) sollte eine Prophylaxe mit Mesna durchgeführt werden. Beim Auftreten von Blasenbeschwerden ist die Behandlung sofort zu unterbrechen. Eine regelmäßige Kontrolle des Harnsediments sollte erwogen werden. Vorbeugend sollte dem Patienten empfohlen werden, während der Therapie ausreichend große Flüssigkeitsmengen zu sich zu nehmen.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Ixoten, Stand Juni 2008
  2. Zhang J, Tian Q, Yung Chan S, Chuen Li S, Zhou S, Duan W, Zhu YZ. Metabolism and transport of oxazaphosphorines and the clinical implications. Drug Metab Rev 2005;37:611-703.
  3. Hempel G, Krümpelmann S, May-Manke A, Hohenlöchter B, Blaschke G, Jürgens H, Boos J. Pharmacokinetics of trofosfamide and its dechloroethylated metabolites. Cancer Chemother Pharmacol 1997;40:45-50.
  4. Brinker A, Kisro J, Letsch C, Brüggemann SK, Wagner T. New insights into the clinical pharmacokinetics of trofosfamide. Int J Clin Pharmacol Ther. 2002;40:376-81.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011