Dosierung bei Niereninsuffizienz
Mesna
 
Q0 * etwa 0.70 [3].
HWZ ** 2.2 h [1,2].
Allgemeines Aufgrund der komplexen Kinetik aus Disulfidbildung und teilweiser Rückumwandlung zur wirksamen Muttersubstanz, kann keine endgültige Aussage für niereninsuffiziente Patienten getroffen werden.
Aktive Metaboliten Der Mesna-Disulfid Metabolit kann nach glomerulärer Filtration in die wirksame Thiolverbindung zurück metabolisiert werden [6].
Die aktive freie Thiolverbindung im Urin liegt nach oraler Gabe kumulativ bei 82 % im Vergleich zur intravenösen Gabe [7].
UAW an der Niere und Harnwegen Akute Nierenschädigung im Rahmen von allergischen Reaktionen [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [3].
In einer Studie mit intravenöser Gabe an Hämodialysepatienten (5 mg/kg dreimal pro Woche) wurde über Geschmacksstörungen berichtet (16,7 vs. 8,3 %). Der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant [5].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Pharmakokinetik bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurde bisher nicht untersucht [3].
Renale Kontraindikation In der deutschen Fachinformation wird für orale Anwendung eine Gegenanzeige bei Kreatinin-Clearance < 60 ml/min ausgesprochen [3].
Bei intravenöser Anwendung wird keine Gegenanzeige ausgesprochen [3].
Im Drug-Label der FDA wird weder für orale noch für intravenöse Anwendung eine Gegenanzeige ausgesprochen [4].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kreatinin-Clearance < 60 ml/min: nur intravenöse Anwendung.
 
Referenzen
  1. El-Yazigi A, Ernst P, al-Rawithi S, Legayada E, Raines DA. Pharmacokinetics of mesna and dimesna after simultaneous intravenous bolus and infusion administration in patients undergoing bone marrow transplantation. J Clin Pharmacol 1997;37:618-24.
  2. Smith PF, Booker BM, Creaven P, Perez R, Pendyala L. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of mesna-mediated plasma cysteine depletion. J Clin Pharmacol 2003;43:1324-8.
  3. Fachinformation UROMITEXAN, Stand Januar 2016
  4. FDA drug label Mesnex, Stand Januar 2015
  5. Urquhart BL, Freeman DJ, Cutler MJ, Mainra R, Spence JD, House AA. Mesna for treatment of hyperhomocysteinemia in hemodialysis patients: a placebo-controlled, double-blind, randomized trial. Clin J Am Soc Nephrol 2008;3:1041-7.
  6. Cutler MJ, Urquhart BL, Velenosi TJ, Meyer Zu Schwabedissen HE, Dresser GK, Leake BF, Tirona RG, Kim RB, Freeman DJ. In vitro and in vivo assessment of renal drug transporters in the disposition of mesna and dimesna. J Clin Pharmacol 2012;52:530-42.
  7. Goren MP, Houle JM, Bush DA, Li JT, Newman CE, Brade WP. Similar bioavailability of single-dose oral and intravenous mesna in the blood and urine of healthy human subjects. Clin Cancer Res 1998;4:2313-20.
 
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Letzte Aktualisierung: 30.08.2017