Dosierung bei Niereninsuffizienz
Mitomycin
 
Q0 * 0.89 [5-7].
HWZ ** ≤ 50 min [1].
Allgemeines Mitomycin ist ein Prodrug [1].
Aktive Metaboliten Hauptmetabolit: 2,7-Diaminomitosene [8]
weitere Metabolite: 1,2-cis-2,7-Diamino-1-hydroxymitosene, 1,2-trans-2,7-Diamino-1-hydroxymitosene, 1,2-cis-2,7-Diaminomitosen-1-phosphat, 1,2-trans-2,7-Diaminomitosen-1-phosphat [9].
Aktivierung zu einem trifunktionellen Alkylans. Die Menge der gebildeten Metabolite variiert mit dem pH-Wert und der nukleophilen Konzentration [9].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: Nierenfunktionsstörung, Anstieg des Serumkreatinins, Glomerulopathie; bei intravesikaler Anwendung: Zystitis, Dysurie, Nykturie, Pollakisurie, Hämaturie, lokale Blasenwandirritation [1].
Selten: Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS), mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom) [1,3].
Sehr selten, einschließlich gemeldeter Einzelfälle: bei intravesikaler Anwendung: nekrotisierende Zystitis, allergische (eosinophile) Zystitis, Stenosen der ableitenden Harnwege, Einschränkung der Blasenkapazität [1].
Der Beginn der Anzeichen und Symptome, die mit einer renalen Beeinträchtigung einhergehen, treten etwa 6-17 Monate nach Beginn einer Therapie mit Mitomycin auf [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Nicht beschrieben [1].
Renale Kontraindikation Nicht beschrieben [1,3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Mitomycin hoch ist, erscheint eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht notwendig [2]. Manche Autoren empfehlen bei Patienten mit GFR <10 ml/min die Dosis auf 75% zu reduzieren [4].
Bei vorbestehender Niereninsuffizienz sollte Mitomycin generell zurückhaltend verwendet werden, da es wenig Erfahrung bei diesen Patienten gibt und die Pharmakokinetik der aktiven Metabolite bei Niereninsuffizienz unbekannt ist. Ob eine vorbestehende Niereninsuffizienz das Risiko für eine mikroangiopathische hämolytische Anämie erhöht ist ebenfalls unbekannt.
Monitoring: engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Mito-medac®, Oktober 2009
  2. Lichtman SM, Wildiers H, Launay-Vaher V, Steer C, Chatelut E, Aapro M. International society of geriatric oncology (SIOG) recommendations for the adjustment of dosing in elderly cancer patients with renal insufficiency. EurJCancer 2007;43:14-34.
  3. Kintzel PE, Robert TD. Anticancer drug renal toxicity and elimination: dosing guidelines for altered renal function. Cancer Treatment Reviews 1995;21:33-64.
  4. Aronoff GR, Bennett WM, Berns JS, Brier ME, Kasbekar N, Mueller BA, Pasko DA, Smoyer WE. Drug Prescribing in Renal Failure - Dosing Guidelines for Adults and Children. 5th ed. Philadelphia. American College of Physicians 2007
  5. Erlichman C, Rauth AM, Battistella R, Sheldon F. Mitomycin c pharmacokinetics in patients with recurrent or metastatic colorectal carcinoma. Can J Physiol Pharmacol. 1987;65:407-411.
  6. Schilcher RB, Young JD, Ratanatharathorn V, Karanes C, Baker LH. Clinical pharmacokinetics of high-dose mitomycin c. Cancer Chemother Pharmacol 1984;13:186-190.
  7. Hartigh den J, McVie JG, Oort van WJ, Pinedo HM. Pharmacokinetics of mitomycin c in humans. Cancer Res. 1983;43:5017-5021.
  8. Champeil E, Bargonetti J, Tomasz M. Differential Toxicity of DNA adducts of mitomycin c. J Nucleic Acids 2010. pii: 698960.
  9. Pan SS, Andrews PA, Glover CJ, Bachur NR. Reductive activation of mitomycin C and mitomycin C metabolites catalyzed by NADPH-cytochrome P-450 reductase and xanthine oxidase. J Biol Chem. 1984;259:959-966.
 
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Letzte Aktualisierung: 28.04.2011