Dosierung bei Niereninsuffizienz
Peramivir
 
Q0 * 0.025 [1]
HWZ ** 14 h Es werden Werte zwischen 7,7 und 20,8 h aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ [1].
Aktive Metaboliten Keine Metaboliten bekannt [6].
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [6].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei hochgradiger Niereninsuffizienz ist die AUC 6,3-fach erhöht [2].
Peramivir ist gut dialysierbar [1,6].
Im Fallbericht einer Patientin mit akutem Nierenversagen und CVVHDF wurde eine Startdosis von 600 mg gegeben, gefolgt von 480 mg alle 24 h über insgesamt 5 Tage [3].
Im Fallbericht eines Patienten mit akutem Nierenversagen und CVVH wurde eine einmalige Dosis von 600 mg gegeben [4].
In einem Bericht über zwei Patienten mit akutem Nierenversagen und CVVHDF wurde mit 600 mg alle 24 h über 9 Tage behandelt [5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [6].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Es ist unklar wie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz dosiert werden sollte.
Im Drug-Label der FDA wird folgende Dosierung empfohlen:
Kreatinin-Clearance 30-<50 ml/min: 200 mg i.v.
Kreatinin-Clearance 10-<30 ml/min: 100 mg i.v.
Damit kann rechnerisch eine normale durchschnittliche Exposition erreicht werden [2], so dass diese Dosierung bei wiederholter Gabe sinnvoll erscheint.
Bei Gabe einer Einzeldosis ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Maximalkonzentration deutlich niedriger sein wird.
Bei Behandlung von schwerkranken Patienten sollte eine erhöhte Startdosis erwogen werden (z.B. 600 mg).
Monitoring: Blutbild, Leberwerte, CK.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Peramivir-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Peramivir EUA, Fact Sheet for HCP, Authorized by FDA on October 23, 2009; http://www.fda.gov/downloads/Drugs/DrugSafety/PostmarketDrugSafetyInformationforPatientsandProviders/UCM187811.pdf (accessed 27.10.2009)
  2. Matsuo Y, Ishibashi T, Hollister AS, Wajima T. Population pharmacokinetics of peramivir in healthy volunteers and influenza patients. Antimicrob Agents Chemother 2015;59:6755-62.
  3. Bentley ML, Hollistera AS, Hansenb AC, Smith JA, Cain JS. Peramivir pharmacokinetics in a patient receiving continuous veno-venous hemodiafiltration during the 2009 H1N1 influenza A pandemic. Int J Clin Pharmacol Ther 2014;52:1105-11.
  4. Scheetz MH, Griffith MM, Ghossein C, Hollister AS, Ison MG. Pharmacokinetic assessment of peramivir in a hospitalized adult undergoing continuous venovenous hemofiltration. Ann Pharmacother 2011;45:e64.
  5. Bazan JA, Bauer KA, Hollister AS, Shidham G, Firstenberg MS, Reed EE, Mangino JE, Goff DA. Peramivir pharmacokinetics in two critically ill adults with 2009 H1N1 influenza A concurrently receiving continuous renal replacement therapy. Pharmacotherapy 2010;30:1016-20.
  6. FDA Drug Label, Stand März 2016
 
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Letzte Aktualisierung: 02.06.2017