Dosierung bei Niereninsuffizienz
Bivalirudin
 
Q0 * 0.3 Schätzwert [1,2].
HWZ ** 25 min [1].
Aktive Metaboliten Keine bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Hämaturie [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Dialysepatienten ist die Bivalirudin-Clearance auf 30% reduziert und die Halbwertszeit auf 3,5 Stunden verlängert [1].
Zum Erreichen eines gegebenen PTT-Ziels benötigten Patienten mit Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min eine Erhaltungsdosis von 60% und Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min eine Erhaltungsdosis von 40% [2].
Bivalirudin ist dialysierbar [1]. Bei Patienten, die mit Nierenersatzverfahren behandelt wurden, war eine Erhaltungsdosis von 54-69% notwendig [2].
Renale Kontraindikation Schwere Nierenschädigung (GFR <30 ml/min) und dialysepflichtige Patienten [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Akutes Koronar-Syndrom [1]:
Bei leicht- bis mittelgradiger Niereninsuffizienz sollte die Dosis nicht angepasst werden (Bolus 0,1 mg/kg, Infusion 0,25 mg/kg/h).
Perkutane Koronar-Intervention [1]:
Bei mittelgradiger Niereninsuffizienz (GFR 30-59 ml/min) sollte eine niedrigere Infusionsrate eingesetzt werden (Bolus 0,75 mg/kg, Infusion 1,4 mg/kg/h).
Bei GFR <30 ml/min sollte Bivalirudin nicht gegeben werden.
Monitoring:
Während der PCI wird bei Patienten mit Niereninsuffizienz eine Überwachung der Gerinnungszeit mit Parametern wie der ACT empfohlen.
Fünf Minuten nach Gabe der Bolusdosis sollte die ACT (aktivierte Gerinnungszeit) bestimmt werden. Liegt der ACT-Wert unter 225 Sekunden, ist eine zweite Bolusdosis von 0,3 mg/kg zu verabreichen und die ACT 5 Minuten nach der zweiten Bolusdosis erneut zu prüfen.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Angiox. Stand Februar 2012
  2. Tsu LV, Dager WE. Bivalirudin dosing adjustments for reduced renal function with or without hemodialysis in the management of heparin-Induced thrombocytopenia. Ann Pharmacother. 2011;45:1185-92.
 
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Letzte Aktualisierung: 09.01.2013