Dosierung bei Niereninsuffizienz
Voriconazol
 
Q0 * 0.98 [1-3]
HWZ ** 6 h [1]
Allgemeines Die Pharmakokinetik von Voriconazol ist nicht-linear. Ein Steady-State wird nach etwa 5-7 Tagen erreicht [1].
Aktive Metaboliten Voriconazol-N-oxid (minimale antimyzetische Wirkung) [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Häufig: akute Niereninsuffizienz, Hämaturie; gelegentlich: Proteinurie, Nephritis; selten: Nierentubulusnekrose [1].
Es ist jedoch unklar ob Voriconazol / SBECD ursächlich sind. Möglicherweise liegen den Nierenschäden die Grunderkrankung und / oder eine nephrotoxische Komedikation zu Grunde [1,8].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Keine bekannt [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Niereninsuffizienz hat keinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Voriconazol [1].
Voriconazol ist nicht in klinisch relevantem Umfang dialysierbar. Der Lösungsvermittler (SBECD), der in intravenösen Zubereitungen von Voriconazol enthalten ist, akkumuliert bei Niereninsuffizienz. SBECD ist mit high-flux Filtern effektiv dialysierbar, normale SBECD Konzentrationen lassen sich jedoch nicht erreichen [1,4-7].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Voriconazol hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte die orale Gabe bevorzugt werden (enthält kein SBECD), bei entsprechender Indikation ist die intravenöse Gabe aber möglich.
Monitoring: Kreatinin, Voriconazolspiegel (vor der nächsten Gabe, unabhängig von der Nierenfunktion).
 
Referenzen
  1. Fachinformation VFEND«, Stand August 2012
  2. Mikus G, Sch÷wel V, Drzewinska M, Rengelshausen J, Ding R, Riedel KD, Burhenne J, Weiss J, Thomsen T, Haefeli WE. Potent cytochrome 2C19 genotype-related interaction between voriconazole and the cytochrome P450 3A4 inhibitor ritonavir. Clin Pharmacol Ther 2006;80:126-35.
  3. Vfend. Arzneimittelkompendium der Schweiz 2006
  4. Hafner V, Czock D, Burhenne J, Riedel KD, Bommer J, Mikus G, Machleidt C, Weinreich T, Haefeli WE. Pharmacokinetics of sulfobutylether-beta-cyclodextrin and voriconazole in patients with end-stage renal failure during treatment with two hemodialysis systems and hemodiafiltration. Antimicrob Agents Chemother. 2010;54:2596-602.
  5. Abel S, Allan R, Gandelman K, Tomaszewski K, Webb DJ, Wood ND. Pharmacokinetics, safety and tolerance of voriconazole in renally impaired subjects: two prospective, multicentre, open-label, parallel-group volunteer studies. Clin Drug Investig 2008;28:409-20.
  6. Burkhardt O, Thon S, Burhenne J, Welte T, Kielstein JT. Sulphobutylether-beta-cyclodextrin accumulation in critically ill patients with acute kidney injury treated with intravenous voriconazole under extended daily dialysis. Int J Antimicrob Agents 2010;36:93-4.
  7. Luke DR, Wood ND, Tomaszewski KE, Damle B. Pharmacokinetics of sulfobutylether-▀-cyclodextrin (SBECD) in subjects on hemodialysis. Nephrol Dial Transplant 2012;27:1207-12.
  8. Neofytos D, Lombardi LR, Shields RK, Ostrander D, Warren L, Nguyen MH, Thompson CB, Marr KA. Administration of voriconazole in patients with renal dysfunction. Clin Infect Dis 2012;54:913-21.
 
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Letzte Aktualisierung: 21.08.2014