Dosierung bei Niereninsuffizienz
Valproinsäure
 
Q0 * 0.95
HWZ ** 12 h In der Literatur werden Werte zwischen 6 und 17 h aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ.
Allgemeines Als stark Albumin-gebundenes Medikament (> 90%) mit saturabler Proteinbindung kann Valproinsäure bereits bei mittlerer Einschränkung der Nierenfunktion aus der Bindung verdrängt werden; die (aktive) freie Fraktion wird deshalb bei Niereninsuffizienz praktisch verdoppelt bis vervierfacht. Da dadurch auch die metabolische Clearance ansteigt, kommt es in der Regel zu einem Absinken der Totalkonzentration, was nicht durch Dosissteigerung ausgeglichen werden sollte (Messung der freien Konzentration zur Therapiesteuerung).
Aktive Metaboliten Es werden aktive Metaboliten gebildet.
UAW an der Niere und Harnwegen Einzelfälle eines nach Absetzen von Valproinsäure-haltigen Arzneimitteln reversiblen Fanconi-Syndroms (metabolische Acidose, Phosphaturie, Aminoacidurie, Glucosurie) wurden in der Literatur berichtet.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Valproinsäure hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
 
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Letzte Aktualisierung: 23.03.2011