Dosierung bei Niereninsuffizienz
Valaciclovir
 
Q0 * 0.25 Aktiver Metabolit [1]
HWZ ** 3 h Aktiver Metabolit [1]
Aktive Metaboliten Aciclovir. 9-Carboxymethoxymethylguanin (CMMG, etwa 14 % der Valaciclovir-Dosis) [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Hämaturie.
Selten treten: Nierenfunktionsstörungen, akutes Nierenversagen.
Außerdem wurde über eine intratubuläre Kristallbildung des Aciclovirs in der Niere berichtet [2]. Eine Kristallurie kann jedoch auch bei asymptomatischen Patienten auftreten.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, die eine höhere Dosis als die empfohlene erhielten, wurde akutes Nierenversagen berichtet [2].
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion haben ein erhöhtes Risiko für neurologische Nebenwirkungen (z.B. Ataxie, Dysarthrie, Verwirrtheit, Halluzinationen), die nach Absetzen meist reversibel waren [1,3].
Studien bei Niereninsuffizienz Aciclovir und dessen Metabolite sind effektiv dialysierbar [1,4].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Die Kreatinin-Clearance sollte mit der Cockcroft-Gault Formel geschätzt werden [5].
Die Empfehlungen des Herstellers unterscheiden sich je nach Indikation.
- Bei Varicella-zoster-Virus (VZV)-Infektionen wird empfohlen
- Kreatinin-Clearance ≥50 ml/min: 1000 mg 3 mal pro Tag
- Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min: 1000 mg 2 mal pro Tag
- Kreatinin-Clearance 10-29 ml/min: 1000 mg 1 mal pro Tag
- Kreatinin-Clearance <10 ml/min: 500 mg 1 mal pro Tag (an Dialysetagen Einnahme nach Dialyse).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Valaciclovir-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Acyclovir. Stand der Information: 12/2002. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  2. Brigden D, Bye A, Fowle AS, Rogers H. Human pharmacokinetics of acyclovir (an antiviral agent) following rapid intravenous injection. J Antimicrob Chemother 1981;7:399-404.
  3. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  4. Rolan P. Pharmacokinetics of new antiherpetic agents. Clin Pharmacokinet 1995;29:333-40.
  5. Helldén A, Odar-Cederlöf I, Nilsson G, Sjöviker S, Söderström A, Euler Mv, Ohlén G, Bergman U. Renal function estimations and dose recommendations for dabigatran, gabapentin and valaciclovir: a data simulation study focused on the elderly. BMJ Open 2013;3:xx.
 
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Letzte Aktualisierung: 19.12.2013