Dosierung bei Niereninsuffizienz
Trimethoprim
 
Q0 * 0.25 [1-6,13,14].
HWZ ** 10 h [1,2].
Aktive Metaboliten Keine bekannt [6].
UAW an der Niere und Harnwegen Trimethoprim führt regelhaft zu einem Kreatininanstieg von etwa 20% (bei unveränderter Nierenfunktion) durch Hemmung des Kreatinin-Sekretionsanteils [10,11].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Trimethoprim (als Cotrimoxazol) zeigte bei entsprechender Dosisanpassung keine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion [9]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Serum-Kreatinin >1,2 mg/dl) erhöht sich die Gefahr einer Trimethoprin-induzierten Hyperkaliämie [12].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurden Trimethoprim-Halbwertszeiten von 23-46 h berichtet [1,13,14].
Hämodialyse: Etwa 44% einer Trimethoprim-Dosis wurden während einer Dialyse eliminiert [8].
Peritonealdialyse: Halbwertszeit 28 h. Der Verlust der Trimethoprim-Dosis in das Peritoneal-Dialysat beträgt unter 3% [4].
Kontinuierliche Hämodiafiltration: Die Clearance von Trimethoprim während Hämofiltration beträgt 21-38 ml/min. Eine Dosisreduktion birgt die Gefahr einer Unterdosierung mit nachfolgendem Wirkverlust [7].
Renale Kontraindikation Der Hersteller gibt an, dass Trimethoprim bei schweren Nierenfunktionsstörungen mit einer Kreatinin-Clearance kleiner als 10 ml/min/1,73 m2 nicht gegeben werden darf [15].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Dies wird jedoch erst bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (GFR <25 ml/min) empfohlen.
Der Hersteller empfiehlt [15]
GFR 15-25 ml/min: Dosis ab dem 4. Tag von 2 x 200 mg auf 2 x 100 mg reduzieren
GFR 10-15 ml/min: Dosis auf 2 x 100 mg reduzieren.
Bei GFR <10 ml/min sollte Trimethoprim nicht gegeben werden.
Bei kontinuierlicher Hämodiafiltration ist evtl. eine normale Dosierung möglich [7].
Monitoring: Serum-Kalium.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Trimethoprim-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert)
 
Referenzen
  1. Siber GR, Gorham CC, Ericson JF, Smith AL. Pharmacokinetics of intravenous trimethoprim-sulfamethoxazole in children and adults with normal and impaired renal function. Rev Infect Dis 1982;4:566-78.
  2. Patel RB, Welling PG. Clinical Pharmacokinetics of Co-trimoxazole (trimethoprim-sulphamethoxazole). Clin Pharmacokinet 1980;5:405-23.
  3. Hoppu K, Koskimies O, Tuomisto J. Trimethoprim pharmacokinetics in children with renal insufficiency. Clin Pharmacol Ther 1987;42:181-6.
  4. Walker SE, Paton TW, Churchill DN, Ojo B, Manuel MA, Wright N. Trimethoprim-sulfamethoxazole pharmacokinetics during continous ambulatory peritoneal dialysis (CAPD). Perit Dial Int 1989;9:51-5.
  5. Cantaluppi A, Graziani G, Ponticelli C, Grasso S, Meinardi G, Piaia F, Tamassia V. Pharmacokinetic study of the new sulfamethopyrazine-trimethoprim combination (kelfiprim) in renal insufficiency. Eu J Clin Pharmacol 1984;27:345-8.
  6. Fachinformation Kepinol forte, Stand Juli 2011
  7. Curkovic I, Lüthi B, Franzen D, Ceschi A, Rudiger A, Corti N. Trimethoprim/sulfamethoxazole pharmacokinetics in two patients undergoing continuous venovenous hemodiafiltration. Ann Pharmacother 2010;44:1669-72.
  8. Nissenson AR, Wilson C, Holazo A. Pharmacokinetics of intravenous trimethoprim-sulfamethoxazole during hemodialysis. Am J Nephrol. 1987;7:270-4.
  9. Tasker PR, MacGregor GA, de Wardener HE. Use of co-trimoxazole in chronic renal failure. Lancet 1975;1:1216-8.
  10. Berglund F, Killander J, Pompeius R. Effect of trimethoprim-sulfamethoxazole on the renal excretion of creatinine in man. J Urol 1975;114:802-8.
  11. Shouval D, Ligumsky M, Ben-Ishay D. Effect of co-trimoxazole on normal creatinine clearance. Lancet 1978;1(8058):244-5.
  12. Perazella MA. Trimethoprim-induced hyperkalaemia. Drug Saf 2000;22:227-36.
  13. Bergan T, Vik-Mo H, Anstad U. Kinetics of a sulfadiazine-trimethoprim combination. Clin Pharmacol Ther. 1977;22:211-24.
  14. Craig WA, Kunin CM. Trimethoprim-sulfamethoxazole: pharmacodynamic effects of urinary pH and impaired renal function. Studies in humans. Ann Intern Med. 1973;78:491-7.
  15. Fachinformation Infectotrimet, Stand August 2010
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 06.02.2012