Dosierung bei Niereninsuffizienz
Tiotropium
 
Q0 * 0.3 [1-3]
HWZ ** 4 d [1]
Allgemeines Je nach Präparat erreichen 19,5 - 33 % der inhalierten Dosis den systemischen Blutkreislauf. Die Bioverfügbarkeit aus dem Gastrointestinaltrakt ist gering (orale Lösungen: 2-3%) [2,3].
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv [2].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich Dysurie und Harnverhalt [2,3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [2,3].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) nahm die Arzneimittelclearance auf 30 % ab und die Halbwertszeit verlängerte sich von 4 auf 6 Tage [1]. Auch nach inhalativer Gabe kommt es zur Akkumulation [2].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [2,3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Tiotropiumbromid hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Monitoring: nach anticholinergen Symptomen fragen (z.B. Mundtrockenheit, Harnverhalt, Obstipation).
 
Referenzen
  1. Türck D, Weber W, Sigmund R, Budde K, Neumayer HH, Fritsche L, Rominger KL, Feifel U, Slowinski T. Pharmacokinetics of intravenous, single-dose tiotropium in subjects with different degrees of renal impairment. J Clin Pharmacol 2004;44:163-72.
  2. Fachinformation Spiriva® 18 Mikrogramm Kaps. m. Inhalationspulver, Stand August 2012
  3. Fachinformation Spiriva® Respimat 2,5 µg Lsg. z. Inhalation, Stand Oktober 2012
 
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Letzte Aktualisierung: 26.11.2013