Dosierung bei Niereninsuffizienz
Tinzaparin
 
Q0 * unbekannt Die Daten reichen für eine Schätzung nicht aus [8].
HWZ ** 80 min bezogen auf anti-Xa-Aktivität [1].
Aktive Metaboliten Nicht beschrieben [1].
UAW an der Niere und Harnwegen UAW an Niere und Harnwege sind nicht spezifisch beschrieben [1], offene oder okkulte Blutungskomplikationen können jedoch auch am Urogenitalsystem auftreten.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Keine spezifischen beschrieben [1].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion akkumuliert Tinzaparin nicht wesentlich [2,3].
Tinzaparin wurde bei Patienten unter Hämodialyse ohne erhöhte Komplikationsrate angewendet [3,5].
In älteren Patienten mit Niereninsuffizienz zeigte sich kein relevanter Unterschied zwischen der anti-Xa Aktivität an Tag 2/3 und Tag 5 (jeweils 4-6 h nach subkutaner Gabe) [6].
Bei älteren Patienten mit Niereninsuffizienz und tiefer Beinvenenthrombose zeigte sich in einer randomisierten Studie eine erhöhte Mortalität in der Tinzaparin-Gruppe (versus unfraktioniertes Heparin). Dies wurde jedoch mit einem Ungleichgewicht von anderen klinischen Charakteristika der beiden Studiengruppen erklärt, da sich die Gruppen hinsichtlich Blutungskomplikationen und bestätigter venöser Thromboembolie nicht unterschieden [4].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [8,9].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
"Low-dose" Antikoagulation
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) sollte laut Hersteller eine Behandlung "mit Vorsicht" erfolgen und eine Bestimmung der anti-Xa Aktivität erwogen werden.
"Full-dose" Antikoagulation
Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <30 ml/min) sollte laut Hersteller eine Behandlung "mit Vorsicht" erfolgen und eine Bestimmung der anti-Xa Aktivität erwogen werden.
Alternativ: unfraktioniertes Heparin intravenös (nach aPTT).
Monitoring: besonders engmaschige Kontrolle auf Blutungszeichen, Kontrolle des Serumkaliums.
Antikoagulation während Hämodialyse: Die notwendige Dosis muss individuell gefunden werden [10].
Schema nach Kirwan [7]
- Einmalig 2.500 IE
- Bei unzureichender Wirkung um 1.000 IE steigern
Alternativ: Empfehlung des Herstellers [8].
- Einmalig 4.500 IE
- Bei unzureichender Wirkung um 500 IE steigern
Monitoring: besonders engmaschige Kontrolle auf Blutungszeichen, Kontrolle des Serumkaliums.
 
Referenzen
  1. Fachinformation innohep® 3.500 Anti-Xa I.E. Inj.-Lsg., Stand Januar 2012
  2. Schmid P, Fischer AG, Wuillemina WA. Low-molecular-weight heparin in patients with renal insufficiency. SwissMedWkly 2009; 139: 438-52.
  3. Darius H, Hester K, Sanderink GJ, Paar WD. Antithrombotische Therapie mit niedermolekularen Heparinen bei Niereninsuffizienz. J Kardiol 2004;11:313-6.
  4. Leizorovicz A, Siguret V, Mottier D. Safety profile of tinzaparin versus subcutaneous unfractionated heparin in elderly patients with impaired renal function treated for acute deep vein thrombosis: the Innohep® in Renal Insufficiency Study (IRIS). Thromb
  5. Hoy SM, Scott LJ, Plosker GL. Tinzaparin sodium: a review of its use in the prevention and treatment of deep vein thrombosis and pulmonary embolism, and in the prevention of clotting in the extracorporeal circuit during haemodialysis. Drugs. 2010;70:1319-47.
  6. Siguret V, Gouin-Thibault I, Pautas E, Leizorovicz A. No accumulation of the peak anti-factor Xa activity of tinzaparin in elderly patients with moderate-to-severe renal impairment: the IRIS substudy. J Thromb Haemost 2011;9:1966-72.
  7. Kirwan CJ, Baig ZF, Platton S, MacCullum PK, Ashman N. Anti-Xa activity supports using a simple dosing algorithm for tinzaparin for anticoagulation in hemodialysis. Nephron Clin Pract 2013;123:7-12.
  8. Fachinformation innohep® multi 10.000 Anti-Xa I.E./ml 5ml Inj.-Lsg., Stand Januar 2012
  9. Fachinformation innohep® 3.500 Anti-Xa I.E. Inj.-Lsg., Stand März 2014
  10. Czock D, Sommerer C. Niedermolekulare Heparine bei Niereninsuffizienz - Was ist bei der Anwendung zu beachten? Dialyse aktuell 2015; 19 (2): 78-85.
 
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Letzte Aktualisierung: 04.02.2015