Dosierung bei Niereninsuffizienz
Teicoplanin
 
Q0 * 0.3 [1-3,5]
HWZ ** 50 h
Allgemeines Auf Grund der langen Halbwertszeit ist die Startphase wichtig um rasch wirksame Konzentrationen zu erreichen [4].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
- Kreatinin-Clearance 30 bis 80 ml/min: 3-4 Tage normale Dosierung(!), dann 50% oder volle Dosis alle 2 Tage.
- Kreatinin-Clearance <30 ml/min: 3-4 Tage normale Dosierung(!), dann 33% oder volle Dosis alle 3 Tage.
- Hämodialysepatienten:
-- 3-4 Tage normale Dosierung(!), dann 33% oder volle Dosis alle 3 Tage.
-- bei schweren und sehr schweren Infektionen kann folgende Dosierung erwogen werden [6]
-- Startphase: 400 (-800) mg alle 12 h an Tagen 1-3 bzw. 6(-12) mg/kg an Tagen 1-3.
-- Erhaltungsphase: 400 (-800) mg alle drei Tage bzw. 6(-12) mg/kg alle drei Tage.
Monitoring: Teicoplaninkonzentration.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Teicoplanin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Wilson AP, Grüneberg RN, Neu H. A critical review of the dosage of teicoplanin in Europe and the USA. Int J Antimicrob Agents 1994;4 Suppl 1:1-30.
  3. Mercatello A, Jaber K, Hillaire-Buys D, Coronel B, Berland J, Despaux E. Concentration of teicoplanin in the serum of adults with end stage chronic renal failure undergoing treatment for infection. J Antimicrob Chemother 1996;37:1017-21.
  4. Yamada T, Nonaka T, Yano T, Kubota T, Egashira N, Kawashiri T, Oishi R. Simplified dosing regimens of teicoplanin for patient groups stratified by renal function and weight using Monte Carlo simulation. Int J Antimicrob Agents 2012;40:344-8.
  5. Fachinformation Targocid® 400 mg, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/lnfusionslösung oder einer Lösung zum Einnehmen, Stand Juli 2014
  6. Czock D, Schwenger V, Kindgen-Milles D, Joannidis M, John S, Schmitz M, Jörres A, Zarbock A, Oppert M, Kielstein JT, Willam C. [Dose adjustment of anti-infective drugs in patients with renal failure and renal replacement therapy in intensive care medicine : Recommendations from the renal section of the DGIIN, ÖGIAIN and DIVI]. Med Klin Intensivmed Notfmed 2018;113:384-392.
 
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Letzte Aktualisierung: 06.09.2018