Dosierung bei Niereninsuffizienz
Sitagliptin
 
Q0 * 0.15 [1,3,4,6]
HWZ ** 12 h [1-3,5,6]
Aktive Metaboliten Keine bekannt [1].
UAW an der Niere und Harnwegen Aus Spontanmeldungen nach der Zulassung sind Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen bekannt (Häufigkeitsangabe nicht möglich) [1].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [5].
Studien bei Niereninsuffizienz Die Exposition mit Sitagliptin war bei leichter (GFR 50-80 ml/min), mittelschwerer (GFR 30-50 ml/min) und schwerer (GFR 19-30 ml/min) Niereninsuffizienz bzw. bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz mit Hämodialyse um das 1,6-, 2,3-, 3,8 bzw. 4,5-fache erhöht [1,3].
Sitagliptin konnte durch Hämodialyse in geringem Umfang entfernt werden (13,5 % durch 3 4-stündige Hämodialyse, die 4 Stunden nach Einnahme begonnen wurde; 3,5% durch Hämodialyse, die 48h nach Einnahme begonnen wurde) [1,3,6].
Bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Niereninsuffizienz und auch bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD) mit Hämodialyse wurde eine Dosierung von einmal täglich 50mg(mittelschwere NI) bzw. 25mg (schwere NI + ESRD) Sitagliptin über einen Zeitraum von 54 Wochen gut vertragen [5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [1].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Laut Hersteller werden folgende Dosierungen empfohlen [1]
GFR >50 ml/min: 100 mg pro Tag
GFR 30-<50 ml/min: 50 mg pro Tag
GFR <30 ml/min und Dialysepatienten: 25 mg pro Tag
(unabhängig vom Zeitpunkt der Dialyse).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Sitagliptin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Fachinformation Januvia 100mg Filmtabletten, Stand Dezember 2011
  2. Bergman A, Ebel D, Liu F, Stone J, Wang A, Zeng W, Chen L, Dilzer S, Lasseter K, Herman G, Wagner J, Krishna R. Absolute bioavailability of sitagliptin, an oral dipeptidyl peptidase-4 inhibitor, in healthy volunteers. Biopharm Drug Dispos 2007;28:315-22.
  3. Bergman AJ, Cote J, Yi B, Marbury T, Swan SK, Smith W, Gottesdiener K, Wagner J, Herman GA. Effect of renal insufficiency on the pharmacokinetics of sitagliptin, a dipeptidyl peptidase-4 inhibitor. Diabetes Care 2007;30:1862-4.
  4. Vincent SH, Reed JR, Bergman AJ, Elmore CS, Zhu B, Xu S, Ebel D, Larson P, Zeng W, Chen L, Dilzer S, Lasseter K, Gottesdiener K, Wagner JA, Herman GA. Metabolism and excretion of the dipeptidyl peptidase 4 inhibitor [14C]sitagliptin in humans. Drug Metab
  5. Chan JC, Scott R, Arjona Ferreira JC, Sheng D, Gonzalez E, Davies MJ, et al. Safety and efficacy of sitagliptin in patients with type 2 diabetes and chronic renal insufficiency. Diabetes Obes Metab 2008;10:545-55.
  6. Scheen AJ. Pharmacokinetics of dipeptidylpeptidase-4 inhibitors. Diabetes Obes Metab 2010;12:648-58.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 01.06.2012