Dosierung bei Niereninsuffizienz
Rivaroxaban
 
Q0 * 0.5 Schätzwert anhand von pharmakokinetischen Änderungen bei Niereninsuffizienz [1-5]
HWZ ** 8.3 h
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv [4].
UAW an der Niere und Harnwegen Blutung im Urogenitaltrakt [2]
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 15-30 ml/min) war die Arzneimittelclearance von 8,0 auf 4,5 L/h reduziert und die Halbwertszeit von 8,3 auf 9,5 Stunden verlängert [3].
In Patienten mit mittelgradiger Niereninsuffizienz war dosisangepasstes Rivaroxaban zur Behandlung bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern ähnlich wirksam und sicher wie Warfarin [6].
Renale Kontraindikation Die Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 15 ml/min wird nicht empfohlen [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Kreatinin-Clearance mit der Cockcroft-Gault-Formel schätzen.
Indikation: Primärprophylaxe venöser Thromboembolie nach elektivem Gelenksersatz.
- CLkrea 15-<30 ml/min: "mit Vorsicht"
- CLkrea <15 ml/min: "nicht empfohlen".
Indikation: Nicht-valvuläres Vorhofflimmern.
- CLkrea 15-<50 ml/min: Dosisreduktion auf 15 mg alle 24 h.
- CLkrea <15 ml/min: "nicht empfohlen".
Indikation: Behandlung von tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolien. Sekundärprophylaxe von tiefen Venenthrombosen oder Lungenembolien.
- CLkrea 15-<50 ml/min: 15 mg alle 12 h für drei Wochen. Anschließend 20 mg alle 24 h (Dosisreduktion auf 15 mg alle 24 h erwägen; nach individueller Beurteilung des Risikos für rezidivierende TVT bzw. LE und des Blutungsrisikos).
- CLkrea <15 ml/min: "nicht empfohlen".
Indikation: Sekundärprävention atherothrombotischer Ereignisse nach akutem Koronarsyndrom.
- CLkrea 15-<30 ml/min: "mit Vorsicht"
- CLkrea <15 ml/min: "nicht empfohlen".
Monitoring: Blutungszeichen.
Messung der Anti-Xa Aktivität erwägen, insbesondere bei Vorliegen mehrerer der folgenden Faktoren:
- Hohe Dosierung
- Niereninsuffizienz
- Komedikation mit starkem CYP3A4-Hemmer
- Komedikation mit P-Glycoprotein-Hemmer.
(Voraussetzung: für Rivaroxaban kalibrierter Anti-Xa Assay)
 
Referenzen
  1. Kubitza D, Becka M, Mueck W, Halabi A, Maatouk H, Klause N, Lufft V, Wand DD, Philipp T, Bruck H. Effects of renal impairment on the pharmacokinetics, pharmacodynamics and safety of rivaroxaban, an oral, direct Factor Xa inhibitor. Br J Clin Pharmacol. 2010;70:703-12.
  2. Fachinformation Xarelto., Stand Juni 2013
  3. Halabi A, et al. Effect of renal impairment on the pharmacology of rivaroxaban (BAY 59-7939) an oral, direct Factor Xa inhibitor. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2006;108: Abstract 913.
  4. Weinz C, Schwarz T, Kubitza D, Mueck W, Lang D. Metabolism and excretion of rivaroxaban, an oral, direct factor Xa inhibitor, in rats, dogs, and humans. Drug Metab Dispos 2009;37:1056-64.
  5. Stampfuss J, Kubitza D, Becka M, Mueck W. The effect of food on the absorption and pharmacokinetics of rivaroxaban. Int J Clin Pharmacol Ther 2013;51:549-61.
  6. Fox KA, Piccini JP, Wojdyla D, Becker RC, Halperin JL, Nessel CC, Paolini JF, Hankey GJ, Mahaffey KW, Patel MR, Singer DE, Califf RM. Prevention of stroke and systemic embolism with rivaroxaban compared with warfarin in patients with non-valvular atrial fibrillation and moderate renal impairment. Eur Heart J 2011;32:2387-94.
 
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Letzte Aktualisierung: 17.11.2015