Dosierung bei Niereninsuffizienz
Ranitidin
 
Q0 * 0.25 [1-7].
HWZ ** 2.5 h [1,4-7]
Aktive Metaboliten N-Desmethyl-Ranitidin
Aktivität: Die pharmakologische Aktivität beträgt etwa 50 %, verglichen mit Ranitidin [7].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
Empfehlung laut Fachinformationen [8]:
Orale Gabe:
- Kreatinin-Clearance > 30 ml/min: Tagesdosis 300 mg.
- Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min: Tagesdosis 150 mg.
Parenterale Gabe:
- Kreatinin-Clearance > 30 ml/min: Einzeldosis: 5 ml Injektionslösung (entsprechend 50 mg Ranitidin); Tagesdosis 15-20 ml Injektionslösung (entsprechend 150-200 mg Ranitidin).
- Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min: Einzeldosis: 2,5 ml Injektionslösung (entsprechend 25 mg Ranitidin); Tagesdosis 7,5-10 ml Injektionslösung (entsprechend 75-100 mg Ranitidin).
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Ranitidin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Dixon JS, Borg-Costanzi JM, Langley SJ, Lacey LF, Toon S. The effect of renal function on the pharmacokinetics of ranitidine. Eur J Clin Pharmacol 1994;46:167-71.
  3. Koch KM, Liu M, Davis IM, Shaw S, Yin Y. Pharmacokinetics and pharmacodynamics of ranitidine in renal impairment. Eur J Clin Pharmacol 1997;52:229-34.
  4. Ranitidine (hydrochloride). In: Dollery C, editor. Therapeutic drugs. 2nd ed. Edinburgh: Churchill Livingstone; 1999. p. R7-R13.
  5. Ranitidine. Stand der Information: 3/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  6. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  7. Fachinformation Zantic®, Stand Februar 2005
  8. Fachinformation Ranitic, Stand Januar 2015
 
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Letzte Aktualisierung: 15.11.2017