Dosierung bei Niereninsuffizienz
Pyrazinamid
 
Q0 * > 0.9 [3]
HWZ ** 10 h [3]
Aktive Metaboliten Pyrazincarbonsäure [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Sehr selten: tubulointerstitielle Nephritis [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Verstärkte Hyperurikämie [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Pyrazinamid und Pyrazincarbonsäure sind effektiv dialysierbar [1,3,5,7,8].
In CAPD Patienten werden in der Peritoneal-Flüssigkeit effektive Konzentrationen erreicht [6].
Renale Kontraindikation Kontraindiziert bei Patienten mit Niereninsuffizienz und Gicht [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Pyrazinamid hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist.
Bei GFR <10 ml/min sollte eine Dosisreduktion erwogen werden [1,2]. Da Pyrazinamid dosisabhängig wirkt, sollte dann eine Verlängerung des Dosierungsintervalls bevorzugt werden.
Dialysepatienten (die dreimal pro Woche dialysiert werden): Normale Dosis nur an Dialysetagen. Diese sollte nach Dialyse (oder 6 Stunden vorher) gegeben werden.
Therapeutisches Drug Monitoring:
- Spitzenspiegel (2 Stunden nach Einnahme): Ziel 20-50 µg/ml [4].
Monitoring: Harnsäure.
 
Referenzen
  1. Launay-Vacher V, Izzedine H, Deray G. Pharmacokinetic considerations in the treatment of tuberculosis in patients with renal failure. Clin Pharmacokinet. 2005;44:221-35.
  2. Aronoff GR, Bennett WM, Berns JS, Brier ME, Kasbekar N, Mueller BA, Pasko DA, Smoyer WE. Drug Prescribing in Renal Failure - Dosing Guidelines for Adults and Children. 5th ed. Philadelphia. American College of Physicians 2007
  3. Fachinformation Pyrafat, Stand Juli 2009
  4. Peloquin CA. Therapeutic drug monitoring in the treatment of tuberculosis. Drugs 2002;62:2169-83.
  5. Woo J, Leung A, Chan K, Lai KN, Teoh R. Pyrazinamide and rifampicin regimens for patients on maintenance dialysis. Int J Artif Organs 1988;11:181-5.
  6. Ahn C, Oh KH, Kim K, Lee KY, Lee JG, Oh MD, Kim Y, Han JS, Kim S, Lee JS, Jang IJ, Shin SG. Effect of peritoneal dialysis on plasma and peritoneal fluid concentrations of isoniazid, pyrazinamide, and rifampin. Perit Dial Int 2003;23:362-7.
  7. Malone RS, Fish DN, Spiegel DM, Childs JM, Peloquin CA. The effect of hemodialysis on isoniazid, rifampin, pyrazinamide, and ethambutol. Am J Respir Crit Care Med 1999;159:1580-4.
  8. Lacroix C, Hermelin A, Guiberteau R, Guyonnaud C, Nouveau J, Duwoos H, Lafont O. Haemodialysis of pyrazinamide in uraemic patients. Eur J Clin Pharmacol 1989;37:309-11.
 
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Letzte Aktualisierung: 10.06.2014