Dosierung bei Niereninsuffizienz
Baclofen
 
Q0 * 0.2 [1-3]
HWZ ** 6.8 h [3]
Aktive Metaboliten Keine bekannt [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Keine bekannt [3].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sind Nebenwirkungen (z.B. Schläfrigkeit, Lethargie) schon nach Einnahme von niedrigen Dosierungen (ab 5 mg / d) über wenige Tage beschrieben worden [5,6].
Studien bei Niereninsuffizienz Hämodialyse: Baclofen ist effektiv dialysierbar. Die Halbwertszeit während Hämodialyse beträgt etwa 2 Stunden [4].
Renale Kontraindikation Terminale Niereninsuffizienz [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei eingeschränkter Nierenfunktion sind eine niedrige initiale Tagesdosis (5 mg) und besonders langsame Dosissteigerungen angezeigt. Die Patienten sollten in Bezug auf unerwünschte Wirkungen (insbesondere Schläfrigkeit, Lethargie) angemessen überwacht werden.
Baclofen sollte bei terminaler Niereninsuffizienz nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Baclofen-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  3. Fachinformation Lioresal®, Stand März 2011
  4. Wu VC, Lin SL, Lin SM, Fang CC. Treatment of baclofen overdose by haemodialysis: a pharmacokinetic study. Nephrol Dial Transplant. 2005;20:441-3.
  5. Lois F, Wallemacq P, de Tourtchaninoff M, Vanbinst R, Laterre PF, Goffin E, Hantson P. Prolonged unconsciousness in a patient on automated peritoneal dialysis. Eur J Emerg Med 2006;13:361-3.
  6. El-Husseini A, Sabucedo A, Lamarche J, Courville C, Peguero A. Baclofen toxicity in patients with advanced nephropathy: proposal for new labeling. Am J Nephrol 2011;34:491-5.
 
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Letzte Aktualisierung: 01.02.2013