Dosierung bei Niereninsuffizienz
Aztreonam
 
Q0 * 0.25 [1-4]
HWZ ** 1.7 h [3]
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Inhalative Gabe: nicht beschrieben [3].
Intravenöse Gabe: Kreatininanstieg [5].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit hochgradiger Niereninsuffizienz (GFR <10 ml/m) war die Arzneimittelclearance im Mittel von 107 auf 29 mL/min erniedrigt und die Halbwertszeit von 2 auf 6 h verlängert [4].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3,5].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Inhalative Gabe: keine Dosisanpassung erforderlich.
Intravenöse Gabe: Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
Der Hersteller empfiehlt:
Kreatinin-Clearance 10-30 ml/min: Einmalig normale Dosis; Erhaltungsdosis 50%.
Kreatinin-Clearance <10 ml/min: Einmalig normale Dosis; Erhaltungsdosis 25%.
Hämodialysepatienten: Einmalig normale Dosis; Erhaltungsdosis 25%; nach Hämodialyse zusätzlich 12,5%.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Aztreonam-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  2. Fachinformation Azactam, Stand Oktober 2014
  3. Fachinformation Cayston® 75 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Lösung für einen Vernebler, Stand November 2014
  4. Mihindu JC, Scheld WM, Bolton ND, Spyker DA, Swabb EA, Bolton WK. Pharmacokinetics of aztreonam in patients with various degrees of renal dysfunction. Antimicrob Agents Chemother 1983;24:252-61.
  5. Drug-Label der FDA .
 
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Letzte Aktualisierung: 01.09.2015