Dosierung bei Niereninsuffizienz
Perindopril
 
Q0 * 0.27
HWZ ** 5.8 h Eine terminale Halbwertszeit von 20 - 30 h wird beobachtet.
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Bei Niereninsuffizienz scheint das Risiko für eine ACE-Hemmer assoziierte Neutropenie / Agranulozytose erhöht zu sein [1,2]. Die meisten Fälle sind unter Captopril beschrieben, aber auch für andere ACE-Hemmer liegen vereinzelte Fallberichte vor [4,3,5].
Prodrug Perindopril ist unwirksam (Prodrug), die angegebenen Werte beziehen sich auf den aktiven Metaboliten Perindoprilat.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Perindopril-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Cooper RA. Captopril-associated neutropenia. Who is at risk? Arch Intern Med 1983;143:659-60.
  2. Weber MA. Safety issues during antihypertensive treatment with angiotensin converting enzyme inhibitors. Am J Med 1988;84:16-23.
  3. Elis A, Lishner M, Lang R, Ravid M. Agranulocytosis associated with enalapril. DICP 1991;25:461-2.
  4. Horowitz N, Molnar M, Levy Y, Pollack S. Ramipril-induced agranulocytosis confirmed by a lymphocyte cytotoxicity test. Am J Med Sci 2005;329:52-3.
  5. Clark D. Benazepril and agranulocytosis: a possible rare adverse reaction involving ACE inhibitors as a class. WHO Pharm Newsletter 2003;2:9.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
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Letzte Aktualisierung: 20.05.2016