Dosierung bei Niereninsuffizienz
Pancuronium
 
Q0 * 0.33 [1,2]
HWZ ** 2 h [4]
Aktive Metaboliten 3-Hydroxy-Pancuronium, HWZ: 1.1 h.
UAW an der Niere und Harnwegen Nicht beschrieben [4].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Nicht beschrieben [2].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Patienten mit Nierenversagen war der Dosisbedarf bei kontinuierlicher Infusion auf etwa 40% reduziert [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [4].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist bei einmaliger Gabe keine Dosisanpassung erforderlich. Er ist jedoch mit einer verlängerten Wirkdauer zu rechnen, so dass die geringst mögliche Dosis verwendet werden sollte.
Bei wiederholter bzw. längerdauernder Gabe sollte die Dosis reduziert werden. Dafür kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) nach dem Q0-Konzept berechnet werden.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Pancuronium-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Haefeli WE. Pharmakokinetische/Toxikologische Daten. In: von Planta M, Herausgeber. Memorix, Innere Medizin. 4. Auflage. Chapman&Hall; 1996: S. 447-78.
  2. Pharmacokinetic data. In: Goodman & Gilman’s. The Pharmacological Basis of Therapeutics. 9th ed. New York: McGraw-Hill; 1996. Table A-II-1.
  3. Gramstad L. Atracurium, vecuronium and pancuronium in end-stage renal failure. Dose-response properties and interactions with azathioprine. Br J Anaesth 1987;59:995-1003.
  4. Fachinformation Pancuronium Organon, Stand Februar 2005
 
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Letzte Aktualisierung: 13.12.2012