Dosierung bei Niereninsuffizienz
Olanzapin
 
Q0 * ≥ 0.7 [1-3]
HWZ ** 35 h [1-3]
Aktive Metaboliten N-desmethylolanzapin, 2-hydroxymethylolanzapin [3].
UAW an der Niere und Harnwegen Gelegentlich: Harnverhalt [3].
In einer epidemiologischen Studie wurde ein erhöhtes Risiko für Krankenhausaufnahme wegen akuter Nierenschädigung bei Behandlung älterer Patienten mit atypischen Neuroleptika (inkl. Olanzapin) beschrieben [4]. Falls ein kausaler Zusammenhang bestehen sollte, könnten Faktoren wie arterielle Hypotonie, akute Harnretention und Rhabdomyolyse im Rahmen eines malignen Neuroleptika-Syndroms eine Rolle spielen.
In zwei geriatrischen Patienten mit benigner Prostata-Hypertrophie entwickelte sich unter Olanzapin ein akuter Harnverhalt mit akuter Nierenschädigung [5].
In einem Fallbericht entwickelte ein Patient nach Dosissteigerung von Olanzapin eine große Proteinurie, Hypalbuminurie und Beinödeme. In einer Nierenbiopsie fanden sich Zeichen einer chronisch interstitiellen Nephritis [6].
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Ein erhöhtes Risiko ist nicht beschrieben [3].
Studien bei Niereninsuffizienz Bei Kreatinin-Clearance <10 ml/min waren die mittlere Halbwertszeit und die Arzneimittel-Clearance unverändert [3].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da der Q0-Wert von Olanzapin hoch ist, ist keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion notwendig. Bei vielen Arzneimitteln mit hohem Q0-Wert entstehen renal eliminierte Metaboliten, deren Aktivität nicht immer bekannt ist. Entsprechend ist bei schweren Einschränkungen der Nierenfunktion grundsätzlich Vorsicht geboten.
Laut Hersteller sollte bei Niereninsuffizienz eine niedrigere Anfangsdosis von 5 mg in Betracht gezogen werden.
Monitoring: Nierenfunktion (insbesondere bei älteren Patienten mit niedrigem Blutdruck).
 
Referenzen
  1. Kassahun K, Mattiuz E, Nyhart E Jr, Obermeyer B, Gillespie T, Murphy A, Goodwin RM, Tupper D, Callaghan JT, Lemberger L. Disposition and biotransformation of the antipsychotic agent olanzapine in humans. Drug Metab Dispos 1997;25:81-93.
  2. OLANZAPINE. Stand der Information: 6/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  3. Fachinformation Zyprexa Velotab, Stand April 2014
  4. Hwang YJ, Dixon SN, Reiss JP, Wald R, Parikh CR, Gandhi S, Shariff SZ, Pannu N, Nash DM, Rehman F, Garg AX. Atypical antipsychotic drugs and the risk for acute kidney injury and other adverse outcomes in older adults: a population-based cohort study. Ann Intern Med 2014;161:242-8.
  5. Cohen R, Wilkins KM, Ostroff R, Tampi RR. Olanzapine and acute urinary retention in two geriatric patients. Am J Geriatr Pharmacother 2007;5:241-6.
  6. He L, Peng Y, Fu X, Chen X, Liu H. Dibenzodiazepine derivative quetiapine- and olanzapine-induced chronic interstitial nephritis. Ren Fail 2013;35:657-9.
 
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Letzte Aktualisierung: 07.01.2016