Dosierung bei Niereninsuffizienz
Ofloxacin
 
Q0 * 0.15 [3]
HWZ ** 7 h [3,5]
Aktive Metaboliten Bekannte Metaboliten inaktiv [7].
UAW an der Niere und Harnwegen Selten: Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Anstieg Serumkreatinin [3]
Sehr selten: Akutes Nierenversagen [3]
Häufigkeit nicht bekannt: Akute interstitielle Nephritis [3]
UAW bei niereninsuffizienten Patienten Chronische Niereninsuffizienz ist ein Risikofaktor für Achillessehnen-Ruptur unter Behandlung mit Fluorchinolonen [1,2].
Studien bei Niereninsuffizienz Durch eine 4-stündige Hämodialyse werden etwa 25% von Ofloxacin [4,6], 45 % des Metaboliten N-desmethyl-Ofloxacin und 15 % des Metaboliten Ofloxacin-N-oxid eliminiert [4].
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz war die Arzneimittelclearance im Mittel von 197 ml/min (gesunde Patienten) auf 61 ml/min (leichtgradige NI), auf 31 ml/min (mittelgradige NI) bzw. 14 ml/min (hochgradige NI) erniedrigt [5].
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz war die Halbwertszeit im Mittel von 8 Stunden (nierengesunde Patienten) auf 15 Stunden (leichtgradige NI), auf 25 Stunden (mittelgradige NI) bzw. 35 Stunden (hochgradige NI) verlängert [5].
Renale Kontraindikation Keine angegeben [3].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Fluorchinolone sollten bei chronischer Niereninsuffizienz nur dann verwendet werden, wenn dieses eindeutig indiziert ist und wenn gleichwertige Alternativen nicht zur Verfügung stehen oder mögliche Alternativen vom Patienten nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.
Für diesen Arzneistoff kann eine Dosisreduktion (bzw. eine Verlängerung des Dosisintervalls) bei eingeschränkter Nierenfunktion nach dem Q0-Konzept berechnet werden. Bei einer möglichen Therapieanpassung muss jedoch unbedingt auch die klinische Situation des Patienten im Einzelfall berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Angaben in den Fachinformationen der jeweiligen Fertigarzneimittel zu beachten.
Bei Patienten mit leichtgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
- Kreatinin-Clearance 20 - < 50 ml/min: 100 bis 200 mg alle 24 Stunden.
- Kreatinin-Clearance < 20 ml/min: 100 mg alle 24 Stunden oder 200 mg alle 48 Stunden.
- Hämodialyse-Patienten: 100 mg alle 24 Stunden oder 200 mg alle 48 Stunden (am Dialysetag nach Dialyse).
- Peritonealdialyse-Patienten: 100 mg alle 24 Stunden oder 200 mg alle 48 Stunden.
Monitoring:
- Der Hersteller empfiehlt bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörung und bei Dialysepatienten die Serumsspiegel von Ofloxacin zu kontrollieren.
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahr) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten
 
Individuelle Ofloxacin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Godoy-Santos AL, Bruschini H, Cury J, Srougi M, de Cesar-Netto C, Fonseca LF, Maffulli N. Fluoroquinolones and the Risk of Achilles Tendon Disorders: Update on a Neglected Complication. Urology 2018;113:20-25.
  2. Seeger JD, West WA, Fife D, Noel GJ, Johnson LN, Walker AM. Achilles tendon rupture and its association with fluoroquinolone antibiotics and other potential risk factors in a managed care population. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2006;15:784-92.
  3. Fachinformation Ofloxacin 400 - 1 A Pharma®, Filmtbl., Stand September 2016
  4. Kampf D, Borner K, Pustelnik A. Multiple dose kinetics of ofloxacin and ofloxacin metabolites in haemodialysis patients. Eur J Clin Pharmacol 1992;42:95-9.
  5. Fillastre JP, Leroy A, Humbert G. Ofloxacin pharmacokinetics in renal failure. Antimicrob Agents Chemother 1987;31:156-60.
  6. Dörfler A, Schulz W, Burkhardt F, Zichner M. Pharmacokinetics of ofloxacin in patients on haemodialysis treatment. Drugs 1987;34 Suppl 1:62-70.
  7. Marier JF, Ducharme MP, DiMarco M, Di Spirito M, Morelli G, Tippabhotla SK, Badri N, Rampal A, Monif T. Two open-label, randomized, crossover studies assessing the bioequivalence of ofloxacin administered as immediate-and extended-release formulations in healthy subjects. Clin Ther 2006;28:2070-80.
 
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Letzte Aktualisierung: 28.01.2019