Dosierung bei Niereninsuffizienz
Neomycin
 
Q0 * 0.05 [6]
HWZ ** 2 h [1]
UAW an der Niere und Harnwegen Da die Substanz meist oral oder topisch verabreicht wird, sind systemische unerwünschte Wirkungen wie Oto- und Nephrotoxizität nur bei sehr hohen Dosen und schwerer Nierenfunktionsstörung möglich [2]. Nach oraler Gabe resultieren wegen der renalen Anreicherung oft therapeutische Urinkonzentrationen [2].
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Klinisches Management
Da bis zu 6% der Substanz auch nach oraler Gabe resorbiert werden [1,5] und der Q0-Wert von Neomycin niedrig ist, sollte bei eingeschränkter Nierenfunktion Neomycin nicht in hohen Dosen verabreicht werden (Ototoxizitätsrisiko [4]). Wesentliche Mengen können auch nach intraoperativen Spülungen systemisch verfügbar werden [3].
 
Referenzen
  1. Dollery C. Therapeutic Drugs. 2nd Ed. Churchill Livingstone: Edinburgh; 1999.
  2. Breen KJ, Bryant RE, Levinson JD, Schenker S. Neomycin absorption in man. Studies of oral and enema administration and effect of intestinal ulceration. Ann Intern Med 1972;76:211-8.
  3. Weinstein AJ, McHenry MC, Gavan TL. Systemic absorption of neomycin irrigating solution. JAMA 1977;238:152-3.
  4. Zelenka J, Tomes D, Jilkova B. Possibilités d’effects ototoxiques de la néomycine administrée per os dans les dyspepsies du nourisson. Etude expérimentale et audiométrique. Pédiatrie 1966;21:573-83.
  5. Kunin CM, Chalmers TC, Leevy CM, Sebastyen SC, Lieber CS, Finland M. Absorption of orally administered neomycin and kanamycin with special reference to patients with severe hepatic and renal disease. N Engl J Med 1960;262:380-5.
  6. Lee CS, Marbury TC. Drug therapy in patients undergoing haemodialysis. Clinical pharmacokinetic considerations. Clin Pharmacokinet. 1984;9:42-66.
 
Alle Angaben richten sich ausschließlich an Ärzte, Zahnärzte und Apotheker und sind anhand der zitierten Quellen erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Für die zu treffende Therapieentscheidung sind außerdem die individuelle Situation des Patienten sowie die jeweils aktuelle Fachinformation des einzusetzenden Arzneimittels zu berücksichtigen. Haftungsansprüche jeglicher Art aus den gemachten Angaben sind ausgeschlossen. Für Hinweise und Anregungen senden Sie uns bitte eine E-Mail. Patientenindividuelle Anfragen können leider nicht beantwortet werden.
 
Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 1998 - 2017 Abt. Klinische Pharmakologie & Pharmakoepidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg. Bitte beachten Sie unseren Haftungsausschluss.
Letzte Aktualisierung: 23.03.2011